Kommentar
Ideologie schliesst die Rentenlücke nicht – warum Umverteilung im BVG die falsche Lösung ist

Das Parlament will die Rentenlücke zwischen Mann und Frau schliessen. Frauen erhalten deutlich weniger Pensionskassenrenten als Männer. Jetzt blockiert ausgerechnet die Linke die Reform. Unser Kommentar.

Anna Wanner
Anna Wanner
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Die verstärkte Frauenpräsenz im nationalen Parlament drückt in den Reformen der Altersvorsorge durch. Frauen werden zwar in sechs Jahren bis 65 arbeiten müssen, die Rentenaltererhöhung ist beschlossen.

Frauen werden bis 65 Jahre arbeiten müssen, das steht schon fest. Aber erst in sechs Jahren.

Frauen werden bis 65 Jahre arbeiten müssen, das steht schon fest. Aber erst in sechs Jahren.

Symbolbild: Unsplash

Trotzdem können Frauen noch lange ohne Nachteile mit 64 in Frühpension: Im Unterschied zu Männern erhalten sie keinen Rentenabschlag. Die Reform hält für Frauen noch mehr parat: Wer bis 65 arbeitet, erhält einen Zustupf von bis zu 140 oder gar 240 Franken im Monat. Das müssen National- und Ständerat noch definitiv entscheiden.

Auch in der beruflichen Vorsorge, der zweiten Säule, versucht das Parlament, die Rentenlücke zwischen Mann und Frau zu schliessen. So sollen Personen, die Teilzeit arbeiten, Personen mit verschiedenen Arbeitgebern oder sehr tiefen Löhnen neu ebenfalls eine höhere Pensionskassenrente ansparen können. Betroffen sind vor allem Frauen. Doch blockiert die Linke: Das Ansparen einer Rente sei zu teuer. SP und Grüne favorisieren ein System mit Umverteilung, wonach alle Erwerbstätigen die Pensionskasse der Geringverdiener – oft Frauen – aufbessern.

Es ist falsch, die Reform zu gefährden. Die Rentenlücke muss gefüllt und Ungerechtigkeiten beseitigt werden. Doch nicht mit Umverteilung. Dafür gibt es andere Hebel: Erstens müssen alle Erwerbstätigen eine Rente aufbauen können. Und zweitens gehört die Lohnlücke endlich geschlossen. Da liegt das wahre Problem. Denn wer mehr verdient, kann mehr einzahlen – und hat auch eine anständige Rente.

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