Kommentar
Der Bundesrat nähert sich der Planungssicherheit an, aber: Jetzt hängt alles vom Impfen ab

Der Bundesrat hat am Mittwoch das Drei-Phasen-Modell vorgestellt, welches die Schweiz aus der Coronakrise bringen soll. Neuerliche Meldungen zu Impfverzögerungen trüben die Lage indes. Ein Kommentar.

Sven Altermatt
Sven Altermatt
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Impfen, impfen, impfen und dann lockern. Das sieht der neuste Plan des Bundesrats vor.

Impfen, impfen, impfen und dann lockern. Das sieht der neuste Plan des Bundesrats vor.

Bruno Kissling

Endlich: Jetzt geben die Impfungen in der Coronakrise hochoffiziell den Takt vor. Der Bundesrat präsentiert doch noch Szenarien, die vom Impffortschritt abhängen – nachdem er es monatelang an durchdachten Perspektiven vermissen liess. Basis bildet nun ein Drei-Phasen-Modell: Je mehr Leute geimpft sind, desto mehr Coronamassnahmen können aufgehoben werden. Ebenso soll ein Covid-19-Zertifikat den Geimpften, Genesenen oder Getesteten mehr Freiheiten bringen.

Ob der Bundesrat damit die viel beschworene Planungssicherheit bieten kann? Zumindest nähert er sich dieser an; trotz aller Dynamiken der Pandemie, trotz anhaltender Unsicherheit. Ohnehin lassen die neuen Freiheiten mindestens bis Ende Mai auf sich warten. Nach ihrem risikoreichen Entscheid der vergangenen Woche verordnet sich die Landesregierung erst mal eine Öffnungspause.

Damit die Pläne des Bundesrats danach auch aufgehen, muss die Impfkampagne dringend mehr Schub bekommen. Die jüngsten Meldungen über verzögerte Lieferungen frischer Dosen trüben die Lage. Gleichzeitig ist längst absehbar, dass nicht alle Kantone ihre Ziele erreichen werden. Die Impfungen geben den Takt vor, so will es das neue Öffnungsmodell. Aber ohne Impfdosen spielt die Musik nicht. Von nun an werden Kantone und Bund wirklich – und vor allem – daran gemessen, dass es beim Piksen vorwärtsgeht.