Schweiz

Kommandant der Schweizer Luftwaffe: «Es geht um Sein oder Nichtsein»

Für Bernhard Müller geht es am 27. September um Sein oder Nichtsein der Luftwaffe.

Für Bernhard Müller geht es am 27. September um Sein oder Nichtsein der Luftwaffe.

Wenn die Schweiz am 27. September die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ablehnt, stelle dies die Konzeption der Armee grundsätzlich infrage, sagt Luftwaffen-Chef Bernhard Müller.

(agl) Sagt die Schweiz Ende September Nein zu den neuen Kampfjets, gebe es keinen Plan B, sagte Müller am Montag im Interview mit dem «Blick». «Ein Nein würde die Konzeption der Armee und damit das gesamte Sicherheitskonzept der Schweiz grundsätzlich infrage stellen.» Im Falle einer Ablehnung brauche es eine Analyse, warum man in der Bevölkerung keine Mehrheit finden konnte. Erst dann könne man festlegen, wie man in die Zukunft gehen wolle.

Trotz der finanziellen Unsicherheit, die die Coronakrise mit sich bringt, seien die Investitionen von 6 Milliarden nötig. Gerade jetzt müsse man vorausschauend handeln und sich nicht «durch kurzfristige Entwicklungen abbringen lassen», so Müller. Um die Bevölkerung zu schützen, müsse die Armee als Gesamtsystem funktionieren. Im Gegensatz zur Gripen-Abstimmung von 2014, bei der ein Teilersatz der Kampfjets abgelehnt wurde, gehe es jetzt um die Zukunft der Luftwaffe, «es geht um Sein oder Nichtsein».

Für die Gegner handelt es sich beim geplanten Ersatz der Kampfflugzeuge jedoch um eine Luxus-Lösung. Sie schätzen die Kosten für die gesamte Nutzungsdauer auf insgesamt über 24 Millionen Franken. Das Referendumskomitee verlangte beispielsweise die Beschaffung leichterer Kampfjets, die weniger kosten sowie umwelt- und lärmfreundlicher seien.

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