Café Fédéral
Der findige Caroni findet

FDP-Ständerat Andrea Caroni kann endlich aufatmen. Mit den beiden Kandidaten für die Parteispitze und den Bundesanwalt konnte er seine Findungskünste doch noch unter Beweis stellen.

Nina Fargahi
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Erleichtert: FDP-Ständerat Andrea Caroni.

Erleichtert: FDP-Ständerat Andrea Caroni.

Keystone

Endlich! Für Andrea Caroni hat das Suchen ein Ende. Ein Happy End, gewissermassen. Der Appenzeller Ständerat hat viel gesucht und viel gelitten in den letzten Monaten, um geeignete Kandidaten - keine Kandidatinnen - für das Amt des Bundesanwalts sowie des Nachfolgers von FDP-Präsidentin Petra Gössi zu finden.

Caroni muss erleichtert sein, denn die Suche war nicht einfach. Als Präsident der Gerichtskommission kam er mitunter an den Rand der Verzweiflung. Er stand monatelang im Kreuzfeuer, ihm wurde vorgeworfen, seine Kommission nicht im Griff zu haben, weil immer wieder Indiskretionen an die Öffentlichkeit gelangten und immer wieder valable Kandidaten abzuspringen schienen.

Schliesslich platzte Caroni der Kragen und er forderte nichts anderes als die Aufhebung des Quellenschutzes für Journalisten und das Abhören von Parlamentariern. Medienschaffende bezeichnete er als Hehler – und er schaltete die Bundesanwaltschaft ein, weil sich in seiner Kommission gemäss eigenen Aussagen «mindestens ein Krimineller» befand. Happige Forderungen des Freisinnigen. In den Medien fragte man sich: Was hat Caroni nur geritten? Er, der als potenzieller Bundesratsanwärter gilt?

Wohl auch, um noch an die Bundesratstüre klopfen zu können, wollte Caroni seine Findungskünste unbedingt unter Beweis stellen und bei der Besetzung des FDP-Präsidiums mitreden. So brachte er sich selbst als Königsmacher in der Findungskommission ein. Mit Thierry Burkard als Kandidaten für die FDP-Spitze und Stefan Blättler als Bundesanwaltskandidaten kann Caroni endlich wieder aufatmen. In der Bibel heisst es: Wer sucht, der findet … und wer klopft, dem wird aufgetan.

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