Polen - Deutschland

Köhler setzt mit Polen-Reise Zeichen für Aussöhnung

Köhler (links) und Kaczynski in Warschau

Köhler (links) und Kaczynski in Warschau

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler hat mit seinem Besuch in Polen ein Signal für Aussöhnung und Partnerschaft gesetzt. Es ist Köhlers erste Auslandsreise nach seiner Wiederwahl zum Bundespräsidenten.

Damit wolle er ein Zeichen setzen, dass ihm Polen am Herzen liege, sagte Köhler nach dem Treffen mit Polens Staatsoberhaupt Lech Kaczynski in Warschau.

Zwischen ihm und Kaczynski bestehe eine "gute, vertrauensvolle Grundlage", um auch kontroverse Fragen zu besprechen, sagte Köhler. Die lange Zeit umstrittene Vertriebenenstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" solle der Versöhnung dienen, versicherte er. Sein polnischer Partner habe dazu aber noch Fragen.

In Polen war die Stiftung immer wieder, vor allem von den nationalkonservativen Kräften um Lech Kaczynski und seinen Zwillingsbruder, Ex-Ministerpräsident Jaroslaw, als revisionistisch kritisiert worden. Köhler betonte, in Deutschland gebe es keine ernsthafte politische Kraft, die die Geschichte umschreiben wolle.

In einem Interview für die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" (Montagsausgabe) sagte Köhler, er fühle sich nicht als Vertriebener. "Die Geschichte meiner Familie ist von Umsiedlung und Flucht bestimmt, nicht von Vertreibung", betonte er.

Köhlers Familie war im Zweiten Weltkrieg nach dem Hitler-Stalin-Pakt aus Bessarabien in Rumänien nach Skierbieszow im damals deutsch besetzten Polen umgesiedelt worden. Von dort flüchtete sie vor der Roten Armee nach Westen. Köhler kündigte an, er werde in dieser Amtsperiode seinen Geburtsort im Südosten Polens besuchen.

Polens Staatsoberhaupt versicherte, er werde den Lissaboner Vertrag der EU unterzeichnen, wenn die Iren das Dokument im Referendum am 2. Oktober akzeptierten.

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