Schweiz

Koch-Nachfolger Stefan Kuster: «Infektionsherde sind nicht auszuschliessen»

Stefan Kuster vom BAG glaubt, dass es auch in der Schweiz zu Infektionsherden kommen wird.

Stefan Kuster vom BAG glaubt, dass es auch in der Schweiz zu Infektionsherden kommen wird.

Auch in der Schweiz könnte es zu einem Infektionsherd wie in der Fleischfabrik Tönnies in Deutschland kommen, sagt Sefan Kuster, der neue Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit.

(dpo) Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies sind bislang über 1500 Personen der Belegschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Solche Infektionsherde seien in der Schweiz «nicht auszuschliessen», meint Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen vom Mittwoch. «Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass wir Cluster verhindern können. Dazu wird es auch in der Schweiz kommen.» Kuster übernahm am 1. April 2020 von Daniel Koch das Amt als Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im BAG.

Das passende Bild für die Situation sei das eines «schwelenden Flächenbrandes mit immer wieder aufflackernden Brandherden, die man löschen muss», meinte Kuster weiter. Eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr hält der Mediziner dann für eine Option, wenn sich die Bevölkerung nicht an die Empfehlungen halte. Er räumt ein, dass es «immer noch wenige» seien, die eine Maske im öV tragen.

Experten der Corona-Taskforce des Bundes wie die Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler kritisierten jüngst die Lockerungsschritte des Bundesrates. Darauf angesprochen, sagte Stefan Kuster: «Wir nehmen die Inputs der Taskforce ernst, beobachten die Entwicklung von Fallzahlen, Hospitalisationen, Todesfällen sowie der Reproduktionszahl.» Mit den stabil tiefen Fallzahlen gehe der Bund aber davon aus, dass es die Lockerungen vertrage.

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