Medizin

Knochen aus dem Drucker «made by FHNW» erfolgreich implantiert

Digital geplante Knochenersatz-Struktur, welche mit dem «3D-Drucker» gebaut und eingesetzt wurde

Digital geplante Knochenersatz-Struktur, welche mit dem «3D-Drucker» gebaut und eingesetzt wurde

Rumänische Ärzte haben erstmals und erfolgreich einem Patienten ein in der Schweiz entworfenes und hergestelltes Jochbein-Implantat eingesetzt. Bisher kamen solche Titanimplantate nur bei Kieferoperationen zum Einsatz.

Der junge Rumäne hatte bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen erlitten. Ein Holzstück bohrte sich durch seinen Kopf und verursachte grosse Knochendefekte. Dadurch fiel ein Auge in die Augenhöhle zurück. Der junge Mann litt durch die Gesichtsdeformation an schweren Depressionen.

Ende 2012 setzten rumänische Ärzte dem Mann ein Titanimplantat im Mittelgesicht ein. Dieses war am Institut für Medizinal- und Analysetechnologie der Hochschule für Life Sciences der Fachhochschule Nordwestschweiz entworfen, hergestellt und veredelt worden, wie diese am Mittwoch mitteilte.

Massgeschneidertes Implantat

Basierend auf Computer-Tomografie-Daten des Patienten wurde die fehlende Knochenstruktur in seinem Mittelgesicht auf dem Computer rekonstruiert und ein massgeschneidertes Implantat aus Titan hergestellt. Gegenüber Implantaten aus Kunststoff ist Titan stabiler und integriert sich besser in den Knochen.

Die Implantate werden aus Titanpulver hergestellt. Dabei wird feinkörniges Titan Schicht um Schicht auf eine Bauplattform aufgetragen. Die Schichten werden auf Basis vorab geplanter Geometriedaten über einen Laserstrahl verschmolzen.

So entsteht innert kürzester Zeit ein auf den Patienten individuell abgestimmtes Implantat. Reinigungs- und Veredelungsprozesse schliessen den Vorgang ab. Die Fachleute der FHNW forschen seit einigen Jahren an den Prozessschritten der individualisierten 3D-Planung und -Herstellung von Implantaten.

Der junge Mann erholte sich nach diesem Eingriff plangemäss. Nachuntersuchungen zeigten, dass keinerlei Komplikationen auftraten. Die physischen Folgen des Unfalls konnten mit dieser Implantation behoben, die psychischen verringert werden.

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