Rapperswil

Knies Kinderzoo verzichtet auf Seelöwen

Publikumsmagnet: Die Seelöwen locken Gross und Klein ins Otarium.

Publikumsmagnet: Die Seelöwen locken Gross und Klein ins Otarium.

Seit Jahren kritisiert der Schweizer Tierschutz die Seelöwen-Haltung schweizweit. Knies Kinderzoo in Rapperswil kann diese Kritik künftig kalt lassen. Die Direktion lässt die Bewilligung auf Ende 2019 auslaufen. Begründen will sie diesen Entscheid nicht.

Wildtiere zu halten, stellt für Zoos ein heikles Unterfangen dar. Immer wieder geraten sie deswegen unter Beschuss. Insbesondere die Seelöwen-Haltung wurde vom Schweizer Tierschutz (STS) in den vergangenen fünf Jahren schweizweit kritisiert. Knies Kinderzoo braucht sich künftig nicht mehr damit zu befassen. Der Zoo stellt auf Ende 2019 die Arbeit mit den Seelöwen ein. Ob die jahrelange Kritik die Verantwortlichen des Kinderzoos dazu bewogen hat, die Bewilligung auslaufen zu lassen, will Zoodirektor Benjamin Sinniger auf Anfrage der «Linth-Zeitung» nicht sagen. Offen lässt der Zoo auch, ob stattdessen andere Tiere gezeigt werden.

Becken «viel zu klein, zu wenig tief»

1997 lösten im Rapperswiler Kinderzoo die Seelöwen die Delphine ab, deren Haltung ebenfalls schweizweit scharf kritisiert worden war. Seit Jahren steht auch die Haltung von Seelöwen in der Kritik. In den Augen von Tierschützern ist die Anlage im Kinderzoo nämlich nur «beschränkt geeignet» für Seelöwen. Die gesetzlichen Bestimmungen würde die Anlage zwar erfüllen, aber aus Sicht des Tierwohls gebe es Luft nach oben. «Die Seelöwen werden nicht sehr gut gehalten», sagt Samuel Furrer, Leiter Fachstelle Wildtiere beim STS gegenüber der «Linth-Zeitung».

Schon in früheren Berichten wies die Organisation darauf hin, dass die Becken «viel zu klein, zu wenig tief und kaum strukturiert» seien. Ausserdem verfüge die Anlage nur über ein «winziges» Salzwasserbecken. Obwohl der Zoo die Mindestvorschriften der Tierschutzverordnung übertreffe, seien die Becken «viel zu eng».

Konzession für maximal zehn Jahre

Die Bewilligung für die Arbeit mit Wildtieren erteilt das kantonale Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Eine Konzession wird maximal für zehn Jahre ausgestellt und während dieser Zeit wird die Wildtierhaltung regelmässig kontrolliert. Bevor eine Verlängerung genehmigt wird, findet eine Überprüfung der Strukturen vor Ort statt. Der St.Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche betont, dass die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen in keiner der Anlagen im Kanton ein Problem sei. «Im Gegenteil», sagt er. Alle seien bemüht, nach ihren Möglichkeiten in die Verbesserung der Tierhaltung zu investieren.

Seelöwen nur noch im Thurgau

Ab 2020 wird es in der Ostschweiz nur noch im Connyland in Lipperswil Seelöwen geben. Dort leben die Robben in einem Bassin, das 13 Millionen Liter Wasser fasst, sechs Meter tief, 81 Meter lang und 35 Meter breit ist.

Die Seelöwen-Lagune im Connyland.

Die Seelöwen-Lagune im Connyland.

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