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Knatsch zwischen SBB und Lokführer wegen neuer Perron-Einteilung

Die SBB sollen den am Montag in Laufen präsentierten Versuch mit kürzeren Perron-Sektoren zwecks flüssigeren Ein- und Aussteigens sofort abbrechen, fordert der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter. Die Sicherheit sei dadurch gefährdet.

Die SBB sollten den am Montag in Laufen präsentierten Versuch mit kürzeren Perron-Sektoren zwecks flüssigeren Ein- und Aussteigens sofort abbrechen, fordert der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF). Der Verband sieht die Sicherheit in Gefahr.

In einem Communiqué vom Mittwoch kritisiert der Verband den im Laufental probeweise für ein Jahr eingeführten neuen Halteprozess als "unpraktikabel". Dem Lokpersonal dürfe man keine zusätzlichen Aufgaben auferlegen.

Gefährlich sei vor allem, dass die Lokführer die neuen Halteorte für jeden Bahnhof während der Fahrt nachschlagen müssen. Auch während des Haltes lenke das Nachschlagen vom Abfahrprozedere ab, hiess es mit Verweis auf den Unfall von Granges-Marmand.

SBB: Mehr Sicherheit

Von Nachschlagen könne keine Rede sein, sagte SBB-Sprecher Reto Schärli. Die Lokomotivführer erhielten einzig eine kleine Zusatzinformation auf ihre elektronische Anzeige im Führerstand.

Das Pilotprojekt führe nicht etwa zu weniger sondern zu mehr Sicherheit, so Schärli. Die Bahnkunden sollten sich nämlich gleichmässiger auf dem Perron verteilen und dadurch mehr Platz haben.

Lokpersonal integriert?

Weiter fordert der VSLF das Bundesamt für Verkehr auf zu verhindern, dass die SBB die bisherigen Haltesignale demontiert und die neuen Sektorentafeln als Signal sowohl für die Lokführer als auch für die Bahnkunden erklärt. Im Übrigen dementiert der Verband SBB-Angaben, wonach das Lokpersonal beim Projekt integriert gewesen sei.

Die Lokpersonalkommission sei sehr wohl involviert gewesen und stehe darüber hinaus hinter dem Pilotprojekt, sagte SBB-Sprecher Schärli.

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