Am Zürcher Sihlquai ist von Endzeit-Stimmung noch nichts zu spüren. Dutzende Prostituierte stehen jede Nacht am grössten Strassenstrich der Schweiz. Und auch der Freierverkehr rollt wie gewohnt.

Doch am kommenden Montag ist Schluss. Dann öffnen in Zürich Altstetten die Sexboxen, der Strassenstrich macht dicht.

Bloss: Die Prostituierten wollen nicht in die Sexboxen, wie sie im Video-Interview erklären. «Ich bin seit vier Jahren am Sihlquai, weil es hier viele Kunden hat», sagt die 21-jährige Romona, Sie werde am neuen Ort weniger verdienen, befürchtet sie.

«Ich gehe nicht dorthin»

«Ich gehe nicht dorthin», sagt Monika. «Es hat nur zehn Boxen und viele Frauen», so die 23-Jährige. Sie fürchtet, dass die Freier warten müssen und deswegen wieder umkehren.

«Die Ängste sind da», sagt Ursula Kocher, von der Frauenberatung Flora Dora, die direkt bei den Sexboxen einen Pavillon unterhält. Sie findet diese aber unbegründet. Die Sexboxen seien ein guter und sicherer Arbeitsplatz, so Kocher. Es gelte nun, diese Befürchtungen auszuräumen.

«Am Sihlquai wird gebüsst»

Klar ist: Das Sihlquai ist ab Montag für Prostituierte und Freier Sperrzone. Die ersten drei Tage will die Polizei ein Auge zudrücken, wie deren Sprecher Mario Cortesi sagt. Dann aber sollen Sex-Arbeiterinnen, die weiter am Sihlquai anschaffen, und ihre Freier gebüsst werden.

Wer nicht nach Altstetten will, muss ins Niederdorf oder in die Brunau ausweichen - den beiden verbleibenden Strichzonen in Zürich. (rsn)