Der Bundesrat hat zwei neue Mitglieder - und damit stellt sich auch die Frage, wer künftig welche Departemente besetzen soll. CVP-Präsident Christophe Darbellays grösster Wunsch ist ein Wechsel «seiner» Bundesrätin ins Departement für Umwelt, Energie, Verkehr und Kommunikation (UVEK).

«Doris Leuthard wäre mit ihrer Erfahrung und ihren Kenntnissen die bestmögliche Besetzung für das UVEK», ist Darbellay überzeugt. Dass sich Leuthard nach ersten Wechselgelüsten kürzlich in der Zeitung «La liberté» eher kritisch zu einer Rochade ihrerseits geäussert hat, ist aber auch dem Parteipräsidenten nicht entgangen. «Wir wollen sicher keinen Druck auf Bundesrätin Leuthard ausüben», sagt Darbellay gegenüber aargauerzeitung.ch.

Deal zwischen SP und FDP?

Auch SP-Parteipräsident Christian Levrat konnte es nicht lassen, sich in die Departementsverteilung einzumischen. In der «Tagesschau» von heute präsentierte er einen ganz neuen Vorschlag: Die neue SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga übernimmt das Finanzdepartement von Hans Rudolf Merz, dafür erhält die FDP das UVEK.

Der Haken: Der Wechsel soll erst in einem Jahr nach den Eidgenössischen Wahlen erfolgen. FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli kann dieses Angebot jedoch «nicht ernst nehmen».

Schneider-Ammann im UVEK denkbar

Darbellay hingegen hätte keine Mühe damit. Denn für ihn ist klar: «Das UVEK darf nicht in Linker Hand bleiben.» Nach 15 Jahren unter SP-Bundesrat Moritz Leuenberger sei es dringend nötig, das Departement in bürgerliche Hände zu übergeben.

«Johann Schneider-Ammann könnte ich mich durchaus auch als Vorsteher des UVEK's vorstellen», so der CVP-Präsident. Dass bei dieser Konstellation das Finanzdepartement dann wohl an Simonetta Sommaruga gehen würde, ist für Darbellay kein Problem. «Es ist ein internationales Amt, welches ich Sommaruga durchaus zutraue.»

Grunder hält Wechsel von Widmer-Schlumpf für unwahrscheinlich

Keine Freude an dieser Lösung hätte wiederum FDP-Präsident Fulvio Pelli. «Die Finanzen müssen auf jeden Fall unter bürgerlicher Führung bleiben.» Das könne aber sowohl Schneider-Ammann sein, wie auch Eveline Widmer-Schlumpf.

Diese liebäugelt zwar schon länger mit dem EFD, doch BDP-Parteichef Hans Grunder hält einen Wechsel eher für unwahrscheinlich: «Ich denke, dass sie, beziehungsweise das Gremium auf Kontinuität setzt.»

Klar habe die BDP-Bundesrätin eine hohe Affinität zu finanziellen Themen und habe als Stellvertreterin von Hans-Rudolf Merz einen sehr guten Job gemacht. «Diese Überlegungen spielen am Montag aber eine untergeordnete Rolle.»

Wechsel mit Mehrheitsentscheid gutheissen

Die Entscheidung über die Departementsverteilung fällt in der Bundesratssitzung vom nächsten Montag. Dann werden nicht die Parteipräsidenten das letzte Wort haben, sondern die Bundesräte, beziehungsweise das Kollegium.

Entscheidend wird dann sein, wer in welcher Reihenfolge wählen darf. Denn das Gremium muss einen Wechsel am Schluss noch mit einem Mehrheitsentscheid gutheissen. (jep)