Landwirtschaft
Knatsch beim Milchverband? Präsident und Direktor treten zurück

Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten verliert seine Verbandsspitze: Präsident Peter Gfeller und Direktor Albert Rösti sind zurückgetreten. Am Freitag will der Verband an einer Medienkonferenz über die Gründe informieren.

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Präsident Peter Gfeller (links) und Direktor Albert Rösti des Schweizerischen Milchproduzentenverbandes prosten sich mit Milch an einer Medienkonferenz zu.

Präsident Peter Gfeller (links) und Direktor Albert Rösti des Schweizerischen Milchproduzentenverbandes prosten sich mit Milch an einer Medienkonferenz zu.

Keystone

Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) verliert seine Verbandsspitze. Laut dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID) treten sowohl Präsident Peter Gfeller als auch Direktor Albert Rösti zurück. Über die Hintergründe will der SMP heute Freitag an einer Medienkonferenz informieren. Nicht einmal den Zeitpunkt des Rücktritts wollte der SMP auf Anfrage vorab bekanntgeben, geschweige denn die Gründe für die Rücktritte.

Rösti ist seit Januar 2007 Direktor der SMP. Der promovierte Agronom wurde im Oktober 2011 in den Nationalrat gewählt. Der SVP-Politiker hat Einsitz in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Peter Gfeller präsidiert die SMP seit April 2004. Der 62-Jährige bewirtschaftet in Kappelen BE einen Landwirtschaftsbetrieb mit Ausrichtung auf Milchwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau. Neben Peter Gfeller und Albert Rösti wird auch Mediensprecher Christoph Grosjean-Sommer die SMP verlassen.

Seit der Aufhebung der Milchkontingentierung im Jahr 2009 kriselt es in der Milchbranche. Der Preisdruck und die Umgestaltung der Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2017 sorgen für Unruhe. Erst am Freitag wurde bekannt, dass 500'000 Tonnen Milch verschwunden sind, wie der «Blick» berichtet. Laut der Schweizerischen Milchstatistik wurden letztes Jahr 3,4 Millionen Tonnen Milch produziert. Neben der offiziellen Statistik führt die Branchenorganisation Milch ebenfalls Buch: Laut der Organisation wurden nur 2,9 Millionen Tonnen Milch hergestellt.

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