Kommentar

Klimagipfel: bitte keine Show, sondern Lösungen

Am Klimagipfel wird darüber debattiert, den CO2-Ausstoss und den damit verbundenen Klimawandel zu begrenzen. (Symbolbild: Blick auf das Steinkohlekraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, Deutschland.)

Am Klimagipfel wird darüber debattiert, den CO2-Ausstoss und den damit verbundenen Klimawandel zu begrenzen. (Symbolbild: Blick auf das Steinkohlekraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, Deutschland.)

Es wirkt ein bisschen wie ein Trostpreis. Einen Sitz im Bundesrat wird man den grünen Wahlsiegern im Dezember wohl nicht zugestehen, dafür kommt es zum ersten Schweizer Klimagipfel. Alle Parteien wollen bei diesem Austausch zwischen Politik und Wissenschaft mitmachen.

Nun: Natürlich ist es gut, wenn die Parteien miteinander reden und versuchen, Lösungen zu finden. Die Frage, ob es angesichts neuer Akteure wie der Klimajugend neue Austauschformen braucht, ist durchaus legitim.

Und trotzdem mutet es etwas seltsam an, wenn Parteien, die im Parlament vertreten sind, einen Klimagipfel einberufen – eine ausserparlamentarische Plattform. Dabei haben doch just sie es in der Hand, Gesetze zu beschliessen, die das Klima schützen.

Sie treffen sich in geheimen Kommissionssitzungen, können ungestört von der Öffentlichkeit Wissenschafter anhören und Lösungen erarbeiten, haben Zugang zum Know-how der Bundesverwaltung und zu den Bundesräten.

Ja, die Parlamentarier haben Macht und Gestaltungsmöglichkeiten. Nutzt sie doch, möchte man den National- und Ständeräten zurufen. Die Wähler wollen keine Show, sondern Lösungen.

Es gab Bundesräte, die gerne zu diesem und jenem runde Tische durchführten. Der Hohn der Parteien war ihnen garantiert. Sie forderten Taten statt Worte. Daran sollten sich die Gipfel-Begeisterten erinnern.

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