Oensingen
Klare Mehrheit für Flury

Drei Anwärter gab es für das Oensinger Gemeindepräsidium. Markus Flury von der FdP ging mit einem Abstand von 318 Stimmen ganz klar als Sieger hervor. Auffällig bei der Wahl sind die 190 leeren Stimmzettel.

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Flury

Flury

Solothurner Zeitung

Alois Winiger

Die Distanz zum Zweitplatzierten ist zwar sehr deutlich, die Differenz zum absoluten Mehr hingegen weniger. Dieses betrug 651 Stimmen, Flury holte deren 665. Und die 190 Leerstimmen weisen darauf hin, dass der Wahl Nebengeräusche vorangingen (wir berichteten). Konkret war es die SP, die keinen Kandidaten unterstützen wollte, wie Parteipräsident Guido Glutz zugibt.

«Wir wollten ein Zeichen setzen gegenüber der breiten Front, die unseren SP-Gemeindepräsidenten Ruedi Burri praktisch dazu gezwungen hat, nicht mehr zur Wahl anzutreten.» Und man finde es arrogant von der FdP, zu verkünden, sie wolle das Präsidium zurück. Burri stand der Gemeinde acht Jahre lang vor.

All das ist aber für den frisch gewählten Gemeindepräsidenten Markus Flury kein Grund, nicht glücklich zu sein über das Resultat. «Ich freue mich sogar sehr darüber», sagte er gestern Nachmittag. «Und ich bin mir sehr wohl bewusst bin, dass viel und nicht leichte Arbeit auf mich wartet.

Als bisheriger Gemeindevizepräsident weiss ich Bescheid.» Er werde alles daran setzen, dass in der Oensinger Gemeindeverwaltung Ruhe einkehrt, die Gemeinderatsmitglieder ihre Ressortverantwortung wahrnehmen und der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden weiterhin grosse Beachtung schenken.

Flury hat auch keine Bedenken wegen seiner Gesundheit, die zeitweise nicht die beste war. Immerhin bezieht der 63-Jährige zu 67 Prozent IV-Rente. «Ich werde nun umgehend mit der Versicherung Kontakt aufnehmen, um zu vereinbaren, um wie viel Prozent die Rente reduziert werden kann.»

Das grosse Vertrauen, das ihm mit der Wahl entgegengebracht wurde, gebe ihm Kraft. «Vier Jahre will ich sicher durchziehen, nach Möglichkeit noch etwas länger und in dieser Zeit wollen wir in der FdP für eine Nachfolge sorgen.»

«Gekämpft und verloren»

Enttäuscht über das schlechte Resultat zeigte sich Stefan Alois Tschümperlin. «Ich habe gekämpft und deutlich verloren.» So wie er das schon einmal erlebt habe. Damit meinte er seine Kandidatur im Jahr 1998, als er im Kanton Graubünden zu den Regierungsratswahlen antrat, gleichzeitig mit der heutigen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

Für seine Zukunft hat Tschümperlin immer noch einen Funken Hoffnung, seine ehemalige Tätigkeit als Leiter Verwaltung in Oensingen wieder aufnehmen zu können.
Georg Schellenberg war gestern Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.