Der Bundesrat ist einverstanden, das Binnenschifffahrtsgesetz anzupassen mit dem Ziel, Kitesurfer und -surferinnen mit anderen Wassersportlern gleichzustellen.

Quelle: Youtube/RomanoGiovanoli

kitesurfer

Motionär Hess hatte argumentiert, dass für das Fahren mit den Drachensegelbrettern strenge Sicherheitsvorschriften gelten und die Sportler in ausgewiesenen Schulen ausgebildet würden. Kitesurfer belasteten die Umwelt weniger als Segler oder Motorbootkapitäne.

Eine Minderheit hätte es beim Verbot belassen wollen. Vor allem wegen ihrer Sprünge seien die Bewegungen der Kitesurfer - zum Beispiel für Schiffsbesatzungen - schwer abzuschätzen. Sie befürchteten, auch noch auf das Geschehen in der Luft über ihnen achten zu müssen, sagte Sprecherin Edith Graf-Litscher (SP/TG).

Von Diskriminierung der Kitesurfer könne heute keine Rede sein, argumentierte sie. Etwa 90 Prozent des Brienzersees seien für Kitesurfer freigegeben, und auch auf dem Silvaplanersee im Oberengadin tummelten sich die Sportler.

Umkehr der Beweislast

Verkehrsministerin Doris Leuthard erinnerte an die geführten Diskussionen zu mehreren Vorstössen in der gleichen Richtung und daran, dass Kantone und Schifffahrtsgesellschaften das Verbot nicht aufheben wollten. Tatsächlich ändere sich mit der Überweisung der Motion aber wenig, denn es ändere nur die Beweislast.

Heute ist das Kitesurfen erlaubt, wenn Interessierte von den zuständigen kantonalen Behörden auf Gesuch eine Bewilligung für eine bestimmte Gewässerzone erhalten. Mit der angestrebten Regelung müssten die Kantone neu Gewässerabschnitte festlegen, in denen Drachensegelbretter verboten sind.

Zunächst war vorgesehen, den Trendsport Kitesurfen an den olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro als neue Disziplin zuzulassen. Im vergangenen November entschied der internationale Verband der Segler (ISAF) dann aber, dass nicht Kitesurfer, sondern wie bisher Windsurfer in Brasilien antreten sollen.