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Kirchenpflege Baden sucht Missbrauchsopfer

Die römisch-katholische Kirchenpflege Baden ruft Menschen, die als Kind oder Jugendliche von Pater Gregor Müller sexuell missbraucht wurden, auf, sich zu melden.

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Der Missbrauchsskandal zieht immer grössere Kreise (Symbolbild)

Der Missbrauchsskandal zieht immer grössere Kreise (Symbolbild)

Keystone

Dieter Minder

«Sie können sich an Kirchenpflegepräsidentin Theres Schmid (056 221 17 07) oder die Beraterinnen des Bistums Basel, Marie-Theres Beeler (061 921 52 27) oder Lucia Huser (061 265 74 99) wenden.» Das wurde an einer extra einberufenen Kirchenpflegesitzung beschlossen.

«Von den sexuellen Übergriffen während seiner Dienstzeit in Baden hatte die Kirchenpflege bisher keine Kenntnisse», steht im Communiqué. Das haben auch die beiden damaligen Kirchenpflegepräsidenten Josef Sieber und Peter Meier bestätigt (AZ 20.3.2010). Von seinen sexuellen Übergriffen an seinen früheren Arbeitsorten im Kloster Wettingen-Mehrerau bei Bregenz und im Priorat Birnau bei Überlingen hatte die Kirchenpflege Baden bei der Anstellung 1971 keine Kenntnis. Dies im Gegensatz zur Bistumsleitung in Solothurn, wie diese inzwischen bestätigt hat. Dennoch hat diese dem Einsatz in Baden zugestimmt. In einer Mitteilung bezeichnet die Bistumsleitung den Einsatz von Pater Gregor «aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung». Und weiter schreibt sie: «Bedauerlicherweise passt das Vorgehen ins Gesamtbild der damaligen Zeit, in welcher nicht nur, aber auch in der katholischen Kirche registrierte Täter im Amt bleiben konnten.» 1987 ging Pater Gregor ins Kloster Wettingen-Mehrerau zurück. Dazu heisst es in der Mitteilung aus Solothurn: «Aufgrund dieser Berufung verfolgte das Bistum Basel den weiteren Berufsweg von Pater Gregor nicht.» Es seien auch später nie Fragen zu ihm eingegangen. Nichts vom Vorleben will das Bistum Chur gewusst haben. In dessen Bereich liegt Schübelbach SZ, in dem Pater Gregor bis vor wenigen Tagen gearbeitet hat («Sonntag», 21.3.2010). Nach Angaben des Bistums Chur lebt er jetzt in einem «christlichen Haus».

Gegen seinen sexuellen Trieb musste Pater Gregor während seiner Tätigkeit in Baden Medikamente einnehmen, wie Josef Sieber ehemaliger Präsident der Kirchenpflege Baden sagte. Die Kontrolle lag bei Pfarrer Sohm. Damit sollte eine Gefahr für Kinder und Jugendliche ausgeschlossen werden.

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