Schweiz

Kinderabzug: Bürgerliches Abstimmungskomitee wirbt für ein «Ja zu Familien»

Höhere Kinderabzüge: Die Argumente des JA-Komitees

Ein bürgerliches, überparteiliches Komitee hat am Mittwoch seine Argumente zur Kinderabzugs-Vorlage vom 27. September dargelegt.

Ein bürgerliches Komitee um Gewerbeverbandspräsident Hans-Ulrich Bigler argumentiert mit Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das jetzige System schrecke hochqualifizierte Mütter ab.

(wap) Durch Steuerprogression, hohe Kita-Kosten und eine Obergrenze bei den Begrenzungsabzügen würden hochqualifizierte Frauen davon abgeschreckt, mehr zu arbeiten. Dabei seien gerade kleine und mittlere Unternehmen auf hochqualifizierte Frauen angewiesen. Mit dieser Argumentation will ein bürgerliches Komitee mit Vertretern aus Gewerbeverband, SVP, FDP und CVP die Kinderabzugs-Vorlage durch die Abstimmung vom 27. September bringen. Die Linke hatte gegen die Vorlage das Referendum ergriffen, weil sie vor allem Gutverdienenden helfe und deshalb eine «Mogelpackung» sei.

Dies sei ihm unbegreiflich, habe sich doch die Linke seit Jahren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf die Fahnen geschrieben, sagte Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, laut einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Für die Schweizer KMU seien gut qualifizierte Mütter sehr wichtig. Der Gewerbeverband setze sich deshalb mit voller Überzeugung für die Vorlage ein.

Teuer ausgebildete Fachkräfte

SVP-Nationalrätin Verena Herzog konterte den Vorwurf der Linken, bei der Vorlage handle es sich um ein Steuergeschenk für Reiche. Profitieren würden 60 Prozent der Familien, die Bundessteuer zahlen müssen. CVP-Nationalrat Philipp Kutter merkte an, dass die Kosten für die Familien überall im Steigen begriffen seien, etwa bei den Krankenkassenprämien oder den Mieten. Auf kantonaler Ebene würden deshalb vielerorts die Kinderabzüge erhöht, es sei Zeit, dass der Bund hier nachziehe.

Als Vertreterin der jungen CVP verwies Sarah Bünter auf den Zusammenhang mit den Ausgaben für Bildung und Forschung. Allein für das Jahr 2020 habe der Bund hierfür acht Milliarden Franken budgetiert. Es sei schade, wenn die mit diesen Geldern ausgebildeten Mütter dann auf dem Arbeitsmarkt fehlten :«Können wir es uns wirklich leisten, mit angehenden Müttern gut und teuer ausgebildete Fachkräfte im Arbeitsmarkt zu verlieren?»

Ähnlich argumentierte die Freiburger Ständerätin Johanna Gapany. Die Förderung junger Familien sei kein Steuergeschenk, sondern vielmehr eine Investition in die Zukunft der Gesellschaft.

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