Kindersitz
Kinder: In eure Sitze, fertig, los!

Jedes Jahr verunfallen laut BfU rund 500 Kinder im Auto. 4 von 10 Kindern sind nicht richtig gesichert. Am 1. April tritt die neue Verordnung des Bundes in Kraft, die Kinderrückhaltevorrichtungen bis zum 12. Lebensjahr oder bis zu 1,50m vorsieht. Bei den Eltern gibt es noch Unklarheiten – für die meisten Kinder ändert sich nichts.

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Aargauer Zeitung

Corinne Rufli

Spinnweben weg, Brotkrümel raus: Die längst im Keller verstauten Kindersitze müssen wieder hervorgeholt werden. Denn ab 1. April 2010 gelten die neuen Vorschriften des Bundes für die Sicherheit der Kinder im Auto. Laut diesen müssen Kinder bis 12 Jahre oder 1,50m Körpergrösse (was zuerst eintrifft) eine Kinderrückhaltevorrichtung verwenden. Je nach Gewicht des Kindes ist das ein spezielles Sitzpolster, ein Kindersitz oder eine Babyschale. Welcher Sitz für welches Kind geeignet ist, findet man auf dem Merkblatt im Internet unter www.bfu.ch oder www.tcs.ch.

Bisher lag die Altersgrenze für Kinderrückhaltevorrichtungen bei 7 Jahren. In den EU-Staaten gelten seit etlichen Jahren ähnlich strenge Vorschriften wie die neuen Bestimmungen in der Schweiz.

Petition gegen Kindersitzregelung

Auf die Neuregelungen der Kindersitz-Pflicht im Auto soll verzichtet werden. Das verlangt der Verein Mobilitant. Er plädiert für den gesunden Menschenverstand und will an den bisherigen Sicherheitsvorschriften für Kinder festhalten.
Die Massnahmen seien zu restriktiv und zwingen Familien zu erheblichen zusätzlichen Auslagen. Die Vorschriften gingen weit über die europäischen Normen, behauptet er. Mobilitant hinterfragt auch die Crashtests und die gemachten Studien zur Verletzungsgefahr mit Gurt, aber ohne Sitzerhöhung.
Der 2008 im Jura gegründete Verein Mobilitant hat die Petition «Sicherheit ja, Unsinn nein» am 19. März mit über 20000 Unterschriften eingereicht. Die meisten Unterzeichner kommen aus der Romandie. (CRU)

Sicherheitsgurt ist für Erwachsene

Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) verunfallen in der Schweiz pro Jahr knapp 500 Kinder im Auto - ohne Kindersitz ist die Wahrscheinlichkeit, schwer verletzt oder getötet zu werden, 7-mal höher. Da Sicherheitsgurte für Erwachsene konzipiert sind, brauchen Kinder einen «Adaptor» in Form eines Sitzes oder einer Erhöhung, damit der Gurt seine Funktion punkto Sicherheit erfüllt.

Ein Kindersitz oder ein erhöhtes Sitzpolster verhindert, dass der Dreipunktgurt bei einem Unfall vom Beckenbereich in den Bauchbereich hochrutscht und dadurch schwere innere Verletzungen sowie Knochenbrüche der Lendenwirbelsäule verursacht.

Eins von sechs Kindern ist laut BfU-Merkblatt noch immer nicht angeschnallt im Auto. Hinzu kommt, dass viele Sitze nicht richtig installiert werden. Für die korrekte Sicherung sind die Fahrzeugführerinnen und -führer verantwortlich. Für die meisten Kinder ändert sich nicht viel: Sie können einfach ihre Sitze oder Sitzerhöhungen länger verwenden und sind erst noch besser geschützt.

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