Lohn bei Pflege kranker Kinder

Kind krank, was nun?

Lohn bei Pflege kranker Kinder

Lohn bei Pflege kranker Kinder

Städtische Angestellte sollen bis zu drei bezahlte Tage für die Betreuung ihrer kranken Kinder beziehen können. Das schlägt der Stadtrat dem Aarauer Einwohnerrat vor.

Hermann Rauber

Auslöser für die Teilrevision des Personalreglementes der Stadt Aarau waren offenbar konkrete Fälle. Das heisst, dass die Frage auftauchte, ob für die Betreuung kranker Kinder zu Hause ein bezahlter Urlaub möglich sei und in welchem Umfang. In den bis heute gültigen Bestimmungen fehlen entsprechende Regelungen. Es ist folglich laut Stadtrat «in solchen Fällen kein bezahlter Urlaub gewährt worden», schreibt der Stadtrat. Das private Arbeitsrecht sieht allerdings bei familiären Pflichten «für eine beschränkte Zeit» eine Lohnzahlung des Arbeitgebers vor. In der Wegleitung zum Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel findet man die gleiche Formulierung, mit dem Zusatz «gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses» und mit der Einschränkung, bei der Betreuung kranker Kinder den zeitlichen Rahmen pro Ereignis auf drei Tage zu limitieren.

Für Männer und Frauen

Die Sache ist nicht ganz einfach, stehen doch bei der Stadt Aarau Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis als auch in jenem nach Obligationenrecht. Der Stadtrat ist der Meinung, dass diese «unbefriedigende Situation» mit einer Revision des städtischen Personalreglementes zu bereinigen ist. Aus «Gleichheitsgründen» soll die Regelung sowohl für weiblicheals auch für männliche Angestellte gelten.

Als «bezahlter Urlaub»

In einigen Verwaltungen wird die Häufigkeit eines solchen Betreuungsurlaubs eingeschränkt, beim Kanton Aargau beispielsweise auf «bis zu insgesamt fünf Tage im Jahr». Davon will der Aarauer Stadtrat absehen, weil solche Krankheitsfälle nicht planbar seien. Er stellt deshalb dem Parlament den Antrag, das Personalreglement für die Stadtverwaltung beim Punkt «bezahlter Urlaub» wie folgt zu ergänzen: Dieser gilt neu «bis zu drei Arbeitstagen pro Ereignis für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familienpflichten zur Organisation der Betreuung kranker Kinder».

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