Killergames
Killergame-Fan: «Ich spiele erst wenn die Kinder im Bett sind»

Othmar Omlin aus Seon ist 34-jährig, verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Er ist in einer Kaderfunktion in einem grossen Lebensmittelkonzern tätig. Das klingt nach einem ganz normalen Durchschnittsbürger. Trotzdem will er auf sein Hobby, die Killergames, nicht verzichten.

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Othmar Omlin

Othmar Omlin

Zur Verfügung gestellt

Herr Omlin, was fasziniert Sie an Killergames?
Othmar Omlin: Einerseits die Strategie, die es braucht, andererseits aber auch das Zusammenspiel mit Kollegen. Natürlich ist die Intensität und die Morbidität der Spiele auch das, was mich packt, zugegebenermassen. Das Wort «Killerspiele» ist übrigens eine Wortschöpfung der Medien und wird in unserer Szene höchstens gebraucht, wenn wir uns lustig machen über die öffentliche Diskussion.

Wie oft und wie lange spielen Sie?
Omlin: Jeden Tag ca. eine Stunde. So wie andere Väter vor dem Fernseher sitzen, wenn die Kinder im Bett sind, setze ich mich vor den Computer und spiele.

Sie sprechen gerade die Kinder an. Bekommen sie etwas mit von Ihrem Hobby?
Omlin: Nein. Meine Kinder sind 1 und 4 Jahre alt. Ich game erst, wenn die Kinder im Bett sind.

Würden Sie Ihre Kinder Killergames spielen lassen?
Omlin: Grundsätzlich sollten Jugendliche unter 18 Jahren keine Killergames spielen. Man muss erst lernen, bewusst mit dem Medium umzugehen. Aber Computergames gehören nun mal zur Jugendkultur, also einfach verbieten würde ich es nicht, sondern reguliert und unter Kontrolle erlauben.

Was sagt Ihre Frau zu Ihrem Hobby?
Omlin: (lacht) Meine Frau ist kein Fan von Killerspielen. Sie mag die Art und Weise der Spiele nicht. Aber sie akzeptiert es als mein Hobby und lässt mich auch ein- oder zweimal im Jahr ein Wochenende lang an eine LAN-Party gehen. Sie schätzt aber, dass ich die Leute, mit denen ich in einem Clan spiele, persönlich kenne.

Was sagen Sie dazu, wenn Jugendliche, die Killergames spielen, gewalttätig werden?
Omlin: Die Gewalt hat nichts mit den Killergames zu tun. Man lernt in den Games beispielsweise nicht, wie man mit Waffen umgeht. Ich denke, dass zum Beispiel soziale Gegebenheiten, der Alkohol oder andere Gründe viel grössere Auswirkungen auf das Gewaltpotenzial von Jugendlichen haben. Wenn man sich eine LAN-Party ansieht, wo immer auch viele Jugendliche teilnehmen und drei bis vier Tage auf engsten Raum zusammensitzen, braucht es ja nicht einmal Sicherheitsleute. Das ist total friedlich, da passiert nichts.

Interview: Dania Genini