Darmepidemie

Killer-Bakterium: Jetzt spricht ein Schweizer Opfer

Die Schweizerin Julia Moser ist an EHEC erkrankt

Die Schweizerin Julia Moser ist an EHEC erkrankt

Die in Hamburg lebende Schweizerin Julia Moser ist an der EHEC-Bakterien-Infektion erkrankt. Acht Tage verbrachte sie im Spital. Jetzt ist sie froh, dass die Krankheit bei ihr so glimpflich verlaufen ist.

«Ich bin noch ein wenig wacklig auf den Beinen und brauche viel Schlaf, aber ich bin sehr erleichtert, dass ich die Krankheit gut überstanden habe», sagt Julia Moser (25) am Telefon gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Seit acht Wochen lebt die Bernerin in Hamburg, wo sie bei Airbus ein Praktikum absolviert.

Die vergangenen zwei Wochen hat sie nicht gearbeitet: Sie lag im Spital - mit dem EHEC-Bakterium im Körper. Moser zählt zu den wenigen Schweizern, von denen bekannt ist, dass sie an der neuartigen Bakterien-Infektion erkrankt sind. «Es begann mit Magenkrämpfen, am Montag vor zwei Wochen», erzählt sie. «Jede halbe Stunde hatte ich starke Schmerzen.»

EHEC noch unbekannt

Zu diesem Zeitpunkt kannte sie den Begriff EHEC noch nicht, und sie glaubte, an einer gewöhnlichen Magen-Darm-Grippe erkrankt zu sein. Als Julia Moser sich im Geschäft abmeldete, machte eine Mitarbeiterin sie darauf aufmerksam, dass EHEC im Umlauf sei. Die Symptome stimmten überein - spätestens, als am Abend zu den Bauschmerzen noch blutiger und wässriger Durchfall hinzu kam.

Acht Tage verbrachte Julia Moser in einem Hamburger Spital. Die Blutuntersuchung bestätigte: Sie war an EHEC erkrankt. Ihr Zustand habe sich zum Glück ständig verbessert. «Die Mittel gegen die Bauchschmerzen wirkten schnell, und von diesem Moment an musste ich viel seltener die Toilette aufsuchen.»

Zimmernachbarinnen hatten es schlechter

Schlechter erging es ihren Zimmernachbarinnen, die ebenfalls an EHEC litten. «Die Nieren einer 58-jährigen Frau, mit der ich das Zimmer teilte, funktionierten nur noch zu 10 Prozent.» Später teilte Moser das Zimmer mit einer anderen Frau, auch diese litt an Nierenversagen.

«Ich bin sehr froh, dass die Krankheit bei mir so glimpflich verlaufen ist.» Geschockt sei sie erst gewesen, als es ihr körperlich schon wieder ziemlich gut ging. «Erst dann ist es bei mir richtig angekommen, dass Menschen wegen EHEC ums Leben gekommen sind. Das hat mich psychisch schon ziemlich mitgenommen.»

Auslöser unbekannt

Ein Hauptthema im Spital war die Frage an die Patienten: «Was haben Sie vor der Erkrankung gegessen?» Moser: «Ich habe in den Tagen vor der Erkrankung durcheinander gegessen, ob Gurken dabei waren, weiss ich nicht mehr.»

Auch ihre Zimmernachbarin hätte die Frage nur schwer beantworten können. «Gemeinsam war, dass wir beide Erdbeeren gegessen hatten, die ja nach den Gurken als Auslöser vermutet wurden.» Inzwischen durfte Julia Moser erleichtert wieder in ihre Wohnung in Hamburg zurückkehren. «Ich hatte viel Glück, dass ich mich bereits wieder so gesund fühlen kann.»

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