Ohne es offiziell anzukünden führt die SBB seit November auf der Strecke Zürich – St. Gallen erste Testversuche durch. Die Lautsprecherdurchsagen wurden auf diesem Streckennetz erheblich reduziert. «Wir kommunizieren per Durchsage nur noch den nächsten Halt», klärt SBB-Sprecher Reto Schärli gegenüber SRF auf. Die Anschlüsse werden also weder im Zug, noch auf dem Perron verkündet. Damit solle dem «Wirrwarr» an Durchsagen ein Ende gesetzt werden.

Lenkung der Informationen

«Relevante Informationen – nämlich jene im Störungsfall – gehen unter», rechtfertigt Schärli den Entscheid der SBB. Völlig unbefriedigt mit der Situation ist CVP-Nationalrat Christian Lohr: «Die Bedürfnisse der Menschen mit Sehbehinderung und der älteren Leute werden eingeschränkt.» Nächste Woche will der Thurgauer im Bundeshaus eine Interpellation einreichen.

Gemäss SBB wird der Pilotversuch noch bis Ende April dauern. Werden die Testergebnisse von der SBB für positiv befunden, soll die Regelung bald schon für die ganze Schweiz eingeführt werden. Trotz Widerstand ist die SBB vom neuen Durchsage-Konzept überzeugt. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Reisenden vor Antritt der Zugfahrt sehr genau informieren, wann und wo sie umsteigen müssen», so Schärli.

Um den Sehbehinderten die notwendigen Hilfsmittel zu gewährleisten, werde die Sprachunterstützung der Mobile-App ausgebaut. Ende April werde die SBB mit diesen Organisationen eine Übereinkunft suchen. (yas)