Flavio Fuoli

Die Reaktionen vonseiten der Initianten für die Sanierung der Eisbahn zeigten, dass man sich in Urdorf nicht einig ist über das Vorgehen des Gemeinderats. Dieser präsentierte eine Weisung, die um 2,11 Millionen Franken über dem Betrag steht, den die Initianten für die Erhaltung und Sanierung der Eisbahn seinerzeit errechnet hatten. Dieser Betrag muss deshalb am 29. November an die Urne.

Er verstehe den Frust der Initianten, sagte Finanzvorstand Thomas Hächler gestern gegenüber der Limmattaler Zeitung. Allerdings suche der Gemeinderat nicht die Diskussion um einzelnen Posten. «Der Gemeinderat hat eine andere Optik», erklärte Hächler. Urdorf sei einst für 20 000 Einwohner geplant gewesen, nun kommt man auf 9200 Einwohner, wobei sich die Urdorfer weigerten, gross zu wachsen.

Angesichts der finanzpolitischen Situation, unter anderem mit Bedürfnissen wie einem neuen Alterszentrum, müsse sich Urdorf fragen, ob es sich eine Eisbahn leisten könne. «Objektiv gesehen leben wir seit vielen Jahren infrastrukturell über unsere Verhältnisse. Mit der Eisbahn können wir das korrigieren», so Hächler.

Risiken für mehr als fünf Jahre

Die Befürworter der Eisbahn kritisierten die Weisung, die zu überladen sei, auf die man zu viel gepackt habe. Dem entgegnete der Finanzvorstand: «Der Stimmbürger soll wissen, auf was er sich einlässt. Wir zeigen darin alle Risiken auf. Wir gehen sie für mehr als fünf, ja bis zu 20 Jahre ein. Aus heutiger Sicht ist das unverantwortbar», denkt Thomas Hächler.

Hächler ist zudem der Ansicht, das Ringen um einzelne Positionen aus der Weisung würden «den Braten auch nicht feiss machen». Er erinnerte daran, dass das Betriebsdefizit heute 300 000 Franken betrage, das vollumfänglich durch die Gemeinde getragen werde. Im ersten Betriebsjahr nach einer Sanierung mit Überdachung würde eine weitere Million dazu kommen. «Wir sollten über grosse Dinge sprechen, nicht über Details», so der Finanzvorstand.

Pflicht zur Transparenz

Gemeindepräsident Werner Gutknecht reagierte auf die Hauptkritik der Initianten, der Gemeinderat habe mehr Optionen miteinbezogen. «Ja, das ist so, denn der Gemeinderat hat die Pflicht, die zu erwartenden Kosten in der Weisung transparent darzustellen.»

Der Projektausschuss habe seine Berechnungen auf das unvollständige und mit deutlichen Vorbehalten gespickte Angebot des «Konsortiums Fairplay» basiert. Dieses sei bei Kostenbegrenzungen von 4 Millionen Franken - der Parkplatz wurde aus der 4,5-Millionen-Initiative rausgenommen - seinerseits knapp unter 5 Millionen Franken gekommen.

Gutknecht zitierte aus der Totalunternehmerausschreibung des Konsortiums Fairplay: «Die vollumfängliche Berücksichtigung der formulierten Anforderungen war im knappen Kostenrahmen nicht möglich.» Somit sei dem Projektausschuss nicht ein Totalunternehmerangebot, sondern eine Offerte mit explizit aufgeführten Baukostenpositionen vorgelegen.

Daraus ergebe sich ein pauschaler Werkpreis von 4,98 Millionen Franken. Das habe den Gemeinderat veranlasst, diverse Kostenpunkte in die Weisung aufzunehmen, so Gutknecht.

Reserve zu Recht erhöht

Unter anderem hatten die Initianten moniert, der Gemeinderat habe selbstständig den Kostenpunkt Bauherrenreserve um ein Prozent auf fünf erhöht. Das stimme, bestätigt Urs Rimensberger, Sportbetriebe- und Liegenschaftenvorstand des Gemeinderats, aber auch fünf Prozent seien noch zu wenig, Standard seien acht bis zehn Prozent.

Der Gemeindepräsident gibt zu bedenken, dass die Initianten wohl im Projektausschuss sich einbringen können, dass aber der Gemeinderat schlussendlich die Kreditverantwortlichkeit innehabe.

Beitrag kleiner als erwartet

Grosse Hoffnung machten sich die Initianten auch vom so genannten Kasak-Beitrag, der Unterstützung durch den Kanton. Man sprach einst von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten, welcher der Kanton aufwerfe. Nun hat der Gemeinderat vom Kanton Post erhalten. Der Kasak-Beitrag beträgt 500 000 Franken. Ein schöner Betrag, aber doch nur rund acht Prozent an das Investitionsvolumen. Betriebsbeiträge sind da natürlich nicht dabei.

Finanzvorstand Thomas Hächler möchte daran erinnern, dass es bei dieser Auseinandersetzung nicht Gemeinderat gegen Eissportvereine gehen. «Die Vereine machen sehr viel in Urdorf, sie erfüllen wichtige Funktionen. Aber für den Gemeinderat gibt es übergelagerte Interessen, die er zu berücksichtigen hat.»

Die vorberatende «Gmeind» in einer Woche wird ein enges Korsett aufweisen, es gelten dabei sehr enge Rahmenbedingungen, bevor das Geschäft an die Urne verabschiedet wird.