Die Anwälte der Politkowskaja-Familie kündigten eine Beschwerde vor Russlands Oberstem Gericht gegen den Entscheid an. Sie halten den Mord für nicht aufgeklärt.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte neue Ermittlungen gegen die vier angeklagten Komplizen beantragt. Die Männer waren im Februar aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Im Oktober 2006 war Politkowskaja vor ihrer Wohnung erschossen worden.

Ohne zusätzliche Ermittlungen sei eine Wiederholung des Verfahrens sinnlos, sagte die Anwältin Anna Stawizkaja, die die Interessen der Familie vertritt. "Schon die Beweise, die im ersten Verfahren vorgelegt wurden, waren nicht ausreichend, um den Angeklagten eine Schuld nachzuweisen."

Der neue Prozess hatte am Mittwoch mit ersten Anhörungen begonnen, nachdem das Oberste Gericht Russlands im Juni eine Wiederholung des Prozesses mit einem anderen Richter und neuen Geschworenen angeordnet hatte. Neue Ermittlungen schlossen die Obersten Richter damals aus. Richter Tkatschuk setzte für den 7. September die Wahl neuer Geschworener an.

Die Angeklagten sollen die Bluttat vor drei Jahren mitorganisiert haben. Als Mörder wird der Tschetschene Rustam Machmudow verdächtigt, der mit internationalem Haftbefehl gesucht wird.

Da zwei Brüder Machmudows vor Gericht stehen, fordert die Politkowskaja-Familie auch, dass dem mutmasslichen Mörder bei diesem neuen Verfahren in Abwesenheit der Prozess gemacht wird. Dies lehnt das Gericht ab.