Keine Massnahmen gegen Wirtschaftsethiker Thielemann

HSG-Professor Thielemann (Archiv)

HSG-Professor Thielemann (Archiv)

Die Universität St. Gallen (HSG) hat sich von den umstrittenen Äusserungen des Wirtschaftsethikers Ulrich Thielemann vor dem Deutschen Bundestag von Ende März distanziert. Von weiteren Massnahmen gegen Thielemann wird aber abgesehen.

Dies teilten das HSG-Rektorat und der Präsident des Universitätsrates, der St. Galler Erziehungsdirektor Stefan Kölliker, mit. Thielemann seien aufgrund der Protokolle und der vorliegenden Fakten keine schwerwiegenden Verfehlungen vorzuwerfen.

Thielemanns kritische Aussagen zum Schweizer Bankgeheimnis vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestags entsprächen nicht der Haltung der Universität St. Gallen, heisst es im Communiqué. Im Interesse der Freiheit von Forschung und Lehre werde jedoch von Massnahmen gegen den Wirtschaftsethiker abgesehen.

Ulrich Thielemann hatte am 25. März in einer Anhörung vor dem Bundestags-Ausschuss in Berlin der Schweiz fehlendes Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis angekreidet und gesagt, die Schweiz reagiere nur auf äusseren Druck. Diese Aussagen wirbelten viel Staub auf.

So forderte der frühere HSG-Professor und alt Nationalrat Franz Jaeger Thielemanns Absetzung. HSG-Rektor Ernst Mohr erteilte Thielemann eine öffentliche Schelte: Er warf in einem Zeitungsinterview dem Wirtschaftsethiker einen "groben Fehler" vor und schloss eine Entlassung Thielemanns nicht aus.

Mit der jüngsten Stellungnahme hat die Universität diese Schelte nun deutlich relativiert. Thielemanns inhaltliche Aussagen könnten nicht Anlass für disziplinarische oder arbeitsrechtliche Massnahmen sein, heisst es.

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