Keine grosse Lust auf Bad Rheinfelden

Zurzach schmückt sich seit wenigen Jahren mit dem «Bad», auch Säckingen stieg in den exklusiven Kreis der Heilbäder auf. Rheinfelden hingegen gibt sich bescheiden und belässt es einfach beim Namen der alten Zähringerstadt. Das Bad-Prädikat ist unerwünscht.

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Keine grosse Lust auf Bad Rheinfelden

Keine grosse Lust auf Bad Rheinfelden

Peter Rombach

Mit dem Kurzentrum und den Kliniken ist eine attraktive Infrastruktur vorhanden, Thermalwasser sprudelt, es gibt viel Natur um die Stadt, die kulturellen Aktivitäten dürfen sich ebenfalls sehen lassen. Weshalb also nicht das «Bad» dem Rheinfelden voranstellen? Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Heilbäderverband strenge Regelungen aufstellte und die Messlatte für das Prädikat recht hoch legte, handelt es sich in der Schweiz eher um einen politischen Prozess. Die Einwohnergemeinde entscheidet letztlich, ob dem Ortsnamen noch ein «Bad» vorangestellt wird.

«Die Voraussetzungen wären da», bestätigt Thomas Kirchhofer, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Kurzentrum Rheinfelden Holding AG. Aus seiner Sicht aber würde die Bad-Bezeichnung «keinen Riesennutzen» bringen. In der Vergangenheit sei das Thema in Rheinfelden emotionslos diskutiert worden. Er könne gut damit Leben, dass Rheinfelden ohne «Bad» daherkomme. Doch dann schmunzelt Kirchhofer: «Die Betriebsgesellschaft des Sole uno firmiert bekanntlich unter Bad Rheinfelden AG.»

Eine Änderung müsse nicht sein, da werde kein Herzblut investiert, es gebe gravierendere Probleme, meint der Chef des Kurzentrums. Ihn ärgert vielmehr, dass sein Sole uno im Stadtgebiet nicht ausgeschildert werden darf, weil dem Vorschriften entgegenstehen.

Für Stadtammann Franco Mazzi ist das «Bad» kein Thema. Zu Zeiten seines Amtsvorgängers Hansruedi Schnyder habe es Diskussionen um eine Namensänderung gegeben. Doch weil man Verwechslungen mit dem badischen Rheinfelden befürchtete, sei die «Bad»-Idee nicht weiterverfolgt worden. Wohl auch wegen der drohenden Kosten, vermutet Mazzi. «Das käme recht teuer, wenn Ortstafeln, Briefpapier und anderes mehr umgerüstet werden müssten.» Rheinfelden verkörpere die gesundheits- und Bierstadt und biete in diesen Sektoren viele Arbeitsplätze. «Ein guter Ort zum Schaffen und Leben», warb der Stadtammann so nebenbei für eine Wohnsitznahme im Zähringerstädtchen.

Tourismus-Präsident Daniel Schaffhauser möchte keine «unnütze Initiative» in Richtung «Bad» ergreifen. «Der Name Rheinfelden steht für Bäderwelt und ist längst ein Markenzeichen.» Da müsse nichts verändert werden.