Bethesda-Spital
«Kein zweites Geriatriespital»

Der Kanton hofft, dass das neue Pflegeheim des Bethesdaspitals bereits 2012 steht. Spitaldirektor Matter gibt sich zurückhaltend, ob dies möglich sein wird.

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Bethesda-Spital

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bz Basellandschaftliche Zeitung

David Weber

Letzten September war das Basler Bethesdaspital im Ringen um das neue Geriatriezentrum unterlegen. Die Regierungen beider Basel entschieden sich für den Standort Bruderholz. Nun hat das Diakonat Bethesda neue Pläne für sein freies Areal: Für insgesamt 124 Millionen Franken sollen dort ein Pflegeheim mit 100 bis 150 Betten, 120 Alterswohnungen, ein Dienstleistungszentrum sowie ein Verwaltungsgebäude für die medizinische Beratungsfirma Medgate entstehen, wie der Direktor des Bethesdaspitals, Jürg Matter, einen Bericht der «Basler Zeitung» bestätigt. Die Kosten seien aber grobe Schätzungen, sagte Matter. Konkret sei noch nichts.

Conti: «Völlig verschiedene Segmente»

Kaum wurden die Pläne bekannt, regt sich bereits Kritik. SVP-Grossrat Lorenz Nägelin reichte umgehend eine Interpellation ein, in der er das neue Projekt als «zweites Geriatriezentrum» bezeichnet. Das Bethesda-Pflegeheim werde Auswirkungen auf das geplante Bruderholz-Projekt haben, ist Nägelin überzeugt. Dort wollen die beiden Basel bis ins Jahr 2015 ein gemeinsames Geriatriespital mit 300 Betten bauen. Nägelin will von der Basler Regierung wissen, ob eine Redimensionierung des Projektes Bruderholz eine Option wäre, um einer «Überkapazität» vorzubeugen. Laut Nägelin müsse man nun die Anzahl Geriatriebetten auf dem Bruderholz für den Kanton Basel-Stadt überdenken.

Der Basler Gesundheitsdirektor will aber von einer Konkurrenz zum Bruderholzprojekt nichts wissen. Geriatriespital und Pflegeheim würden völlig unterschiedliche Segmente abdecken, sagte Carlo Conti auf Anfrage. Er sehe nicht die geringste Beeinflussung. Auch Jürg Matter hat kein Verständnis für die Interpellation von Lorenz Nägelin: Das Pflegezentrum sei sicher kein zweites Geriatriespital. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun.

Kanton: Heim sollte bis 2012 stehen

«Im Gesundheitsdepartement zeigt man sich erfreut über die Bethesda-Pläne. Denn, wie Martin Birrer, Leiter Abteilung Langzeitpflege, erklärt, benötigt Basel-Stadt bis ins Jahr 2012 160 zusätzliche Pflegeplätze. Da ist das neue Bethesda-Pflegeheim mit seinen 100 bis 150 Plätzen willkommen. «Und der Standort ist sehr gut», sagte Birrer, «da es im Gellertquartier noch kein Pflegeheim gibt.» Zurzeit hat es in Basel-Stadt 2840 Pflegeplätze an 45 Standorten von 30 verschiedenen Trägern.

Damit sich der Kanton am Bethesda-Projekt beteiligt, müsse dieses in «nützlicher Frist» gebaut werden, sagt Birrer. Das heisst, bis 2012 sollte es stehen. Gemäss Usanz übernimmt der Kanton bei gemeinnützigen Trägern 30 Prozent der Baukosten, die Matter auf rund 50 Millionen Franken schätzt. Der Kredit muss von der Politik genehmigt werden. «Der Kanton beteiligt sich mit jährlich rund 70 Millionen Franken an den laufenden Kosten aller basel-städtischen Pflegeheime», erklärt Birrer und fügt an: Matters Kostenschätzung von rund 50 Millionen beziehe sich wohl auf 150 Plätze. «Wir anerkennen Kosten von circa 280 000 Franken pro Pflegeplatz als subventionsberechtigt.»

Ob es allerdings auf 2012 reicht, ist ungewiss. In «drei bis vier Jahren» soll das Pflegeheim stehen, schreibt die «BaZ». Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht einfach, Zeitvorstellungen zu formulieren, relativiert Bethesda-Direktor Matter. Man werde das Projekt so rasch als möglich vorantreiben und versuchen, alle «Unwägsamkeiten» auszuräumen. Als mögliche Hürden nennt Matter potenzielle Einsprachen gegen das Bauvorhaben, beispielsweise durch Nachbarn. Auch die Parkplatzfrage für die Alterswohnungen und das Pflegeheim sei noch offen.

Die vier Bauprojekte befinden sich noch in einer frühen Phase. Mitte Juli werden nach Aussagen des Spitaldirektors sechs Architekturbüros zu einem Planungswettbewerb für das Medgate-Projekte und zu einem Ideenwettbewerb für das Pflegeheim eingeladen.