Gotthard-Outfit
Kein Witz – als Vorlage für Leuthards Loch-Mantel diente eine Konzerthalle

Ihr Mantel bewegte die ganze Schweiz. Wegen seiner Löcher wurde er als Tunnel-Mantel verspottet. Dabei ist der Vergleich mit einem Bauwerk gar nicht mal so falsch.

Claudia Sägesser und Jürg Krebs
Drucken
Teilen
Mantel Doris Leuthard / Architektur
5 Bilder
Das «House of Hungarian Music» wurde entworfen vom japanischen Architekten Sou Fujimoto.
In Zusammenarbeit mit Albert Kriemlers entstand die Kollektion für Akris. Auf dem Bild der Mantel die Bundesrätin trug.
Hier noch ein weiteres Beispiel von Architektur...
... und dem entsprechenden Kleidungsstück.

Mantel Doris Leuthard / Architektur

Zur Verfügung gestellt

Der Loch-Mantel, den Bundesrätin Doris Leuthard am Mittwoch zur Eröffnung des Gotthardtunnels getragen hat, stammt aus der Frühlings/Sommer-Kollektion 2016 der Ostschweizer Firma Akris. So viel ist bekannt. Auch, dass der Mantel für rund 3000 Franken zu haben ist. Weniger bekannt ist, was als Vorlage für den Mantel diente: Es ist ein Gebäude. Genauer das "Haus für ungarische Musik" in Budapest.

Doris Leuthard sorgte mit ihrer Kleidung für Aufsehen an der Gotthard-Eröffnung.
5 Bilder
Die Bundesräte Doris Leuthard und Ueli Maurer
«Kleid» Doris Leuthard
Mit ihrem Mantel sticht sie auf jeden Fall aus der Masse.
Mutig. Genau so, wie sie die Schweiz empfindet.

Doris Leuthard sorgte mit ihrer Kleidung für Aufsehen an der Gotthard-Eröffnung.

Keystone

Dieses wurde vom 44-jährigen japanischen Architekten Sou Fujimoto erdacht und soll 2018 eingeweiht werden.

Und genau dieser Fujimoto wurde vom Akris-Designer Albert Kriemler als Inspiration für die aktuelle Kollektion ausgewählt. Kein Wunder. Der Modemacher, der seit 1980 für Akris arbeitet, liebt Architektur. Das Modehaus wurde übrigens von seiner Grossmutter 1922 in St.Gallen gegründet.

Kriemler traf den Architekten während dessen Zeit an der Pariser Universität Saclay. Gemäss dem englischen Architektur-, Inneneinrichtungs- und Design-Magazin Dezeen wurden sie durch den Fotografen Iwan Baan bekannt gemacht. "Ich bewundere Sou Fujimotos Arbeit und dessen einzigartigen Ansatz für Architektur seit längerem", sagte Kriemler gegenüber Dezeen.

In den Sozialen Medien war der Loch-Mantel am Mittwoch ein Tagesthema. In Tweets wurde gerne gescherzt: «Das Kleid hat genau so viele Löcher wie die Schweizer Alpen». Ein anderer lautete: «die Bundesrätin im Tunnel-Look».

Leuthards Loch-Kleid mit dem Gotthard-Tunnel zu vergleichen ist trotz der Scherze gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass das "House of Hungarian Music" als Vorlage diente.

Aktuelle Nachrichten