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Kein Strafzettel für Basler Polizei

Vandalismus und Sachbeschädigung stören die Basler am meisten. Trotzdem findet die Mehrheit der 500 Befragten, die allgemeine Sicherheit sei gleich oder besser als vor drei Jahren.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

David Weber

«Basler fühlen sich sicher». Der Titel der neuen Konso-Studie scheint ein Echo der letzten Umfrage von 2006 zu sein, und der davor, und der davor... Die mangelnde Abwechslung freut den Basler Sicherheitsdirektor: Die Baslerinnen und Basler fühlen sich sicher, sagte Hanspeter Gass gestern vor den Medien. Für 60 Prozent der Befragten ist die allgemeine Sicherheit besser als vor drei Jahren, bei der persönlichen Sicherheit sind es gar

84 Prozent. Zudem erteilte die Bevölkerung «ihrer» Polizei gute bis sehr gute Noten.

Gerade deshalb konnte sich Gass ein paar Seitenhiebe auf «eine bestimmte Partei» nicht verkneifen, welche in den letzten Wochen mit ungewöhnlichen Vorstössen zu Kriminalität und Sicherheitspolitik von sich reden machte. Gemeint war natürlich die SVP. «Die Bewirtschaftung von Ängsten» oder der «Betrieb eines kaum repräsentativen Bürgertelefons» löse keine vielschichtigen gesellschaftlichen Probleme. Und Gass wurde noch deutlicher: «Das ist parteipolitisches Marketing und keine Sicherheitspolitik». Er finde ein solches politisches Verhalten «höchst verantwortungslos».

Subjektive Sicherheit trügt

Dass subjektive Sicherheit nicht unbedingt mit der Anzahl Delikte Hand in Hand geht, zeigt sich in der aktuellen Umfrage. So sprechen sich deutlich mehr Befragte für stärkere Verkehrskontrollen auf der Strasse aus. Die Anzahl der Unfälle ist aber im letzten Jahr zurückgegangen. Den Grund dafür sehen Gass und Polizeikommandant ad interim Rolf Meyer in verschiedenen Raserunfällen, die im Januar, als die Umfrage durchgeführt wurde, die Öffentlichkeit erschütterten. Ebenso schlagen sich die um 40 Prozent gestiegenen Einbruchszahlen 2008 nicht in der Studie nieder. Denn diese Zahlen wurden erst im März kommuniziert.

Was bringt denn eine solch punktuelle Analyse überhaupt? Sie ist für die Polizei laut Meyer ein wichtiger «Spiegel», wie ihre Arbeit bei den Baslerinnen und Baslern ankommt. Hanspeter Gass erhofft sich auch eine Versachlichung der Sicherheitsdiskussion, die oft von «markigen Schlagworten» geprägt werde.

Potential für Verbesserungen

Für die Basler «Schugger» ist die Umfrage erfreulich. Mit Notendurchschnitt 7 (Skala 1 bis 10) werden sie gut bis sehr gut bewertet. 55 Prozent der Befragten attestierten eine «mittelmässige Leistung» (Note 5 bis 7). Bei einem normalen Dienstleistungsunternehmen würde er noch Verbesserungspotential sehen, sagte Joel Weill von der Konso-AG. Aber die Polizei verteile halt nicht nur Streicheleinheiten, sondern auch Bussen.

Interessant ist, dass das Polizei-Korps eher als zu klein angesehen wird. Im Vergleich zu 2006 wünschten sich aber deutlich weniger mehr Patrouillen und Polizei in den Quartieren. Für Meyer auch ein Signal, dass sie mit dem durchgeführten Reorganisationsprojekt «Optima» richtig liegen.

Studie

Zum 7. Mal seit 1983 gab die Basler Polizei beim Umfrage- und Analyseunternehmen Konso Basel die Studie «Der Basler und seine Polizei» in Auftrag. Dabei werden 500 Personen zu den Themen Sicherheit und Polizei befragt. Die Studie kostet rund 40 000 Franken und wird seit 2000 alle drei Jahre durchgeführt. (daw)

Am meisten Verbesserungsbedarf sehen die Befragten in den Bereichen Vandalismus/ Sachbeschädigung (69 Prozent wollen Verbesserungen, 1983 waren es noch 55), Sexualverbrechen und anderen Gewaltverbrechen. Aber auch hier sind die Forderungen weniger stark als 2006. Mehr Prävention forderten die Befragten bei Problemen in der Schule oder mit Jugendlichen. Rolf Meyer verwies dabei auf das Projekt der «Aufsuchenden Jugendprävention», das dieses Jahr starten werde.

Mehr Repression wollen die Basler allerdings bei Gewaltproblemen, insbesondere bei häuslicher Gewalt und gewaltbereiten Gruppen.