Alessandra Paone

Ali Bal traut seinen Ohren nicht. «Ins Bushaltestelle-Gebäude auf dem Wasserturmplatz soll ein Kiosk rein?», fragt der Betreiber des Kebabwagens in der Liestaler Rathausstrasse ungläubig. Die Stadt Liestal teilte am Dienstag vor den Medien mit, dass sie innerhalb der eingeschossigen Busstation, die das ursprünglich geplante Stadtobjekt ersetzen soll, neben einer öffentlichen Toilette auch einen Kiosk plant. Gespräche mit der Valora AG hierzu hätten bereits stattgefunden (siehe bz von gestern).

Bals Kritik an der Vorgehensweise der Behörden ist heftig: Er könne nicht verstehen, dass die Stadt lieber einen externen Grossbetreiber unterstütze als seinen eigenen Bürger. «Der andere hat wohl mehr Geld», glaubt der Kurde. Bevor sich der Einwohnerrat im vergangenen Herbst gegen das Stadtobjekt entschied, hatte Bal bei der Stadt sein Interesse kundgetan und sich als Investor gemeldet. Nach dem Parlamentsbeschluss erhielt der Standbetreiber lediglich eine mündliche Absage. Von den neuen Plänen der Stadt wusste Bal nichts.

Nutzung der Busstation noch offen

Stadtverwalter Christoph Rudin nimmt Bal den Wind aus den Segeln: Noch sei überhaupt nicht klar, wie die Busstation aussehen soll. Man müsse zuerst den politischen Entscheid abwarten. Deshalb sei es im Moment auch noch zu früh, über die Nutzung des geplanten Häuschens zu sprechen. «Was wir jetzt haben, ist nur eine Absichtserklärung des Architekten», sagt Rudin.

Für Ali Bal steht jedenfalls fest: Findet er keine andere Bleibe für seinen Imbissstand, bleibt er in der Rathausstrasse. Glücklich ist der Standbetreiber aber mit der akutellen Situation nicht, denn er fürchtet um seine Existenz: «Ich lebe ständig in Angst, weil ich nicht weiss, was morgen ist.» Er habe auch schon Kunden verloren, weil diese nicht wussten, dass es ihn noch gibt. Nun verlangt Bal von der Stadt Liestal Klarheit: «Ich will ein Ja oder ein Nein.» Im August 2008 entschied die Liestaler Stadtverwaltung, für den Kebabwagen nur noch eine befristete Allmendbewilligung bis zum Frühling 2009 zu erteilen. Bal focht die Verfügung allerdings an. Die Beschwerde ist ein Jahr später immer noch hängig.

Ali Bal im Restaurant Schweizerhof

Die Querelen mit den Behörden halten Ali Bal aber nicht vom Geschäften ab. So führt er seit Jahresbeginn zusätzlich zum Törli-Imbiss auch das Restaurant Schweizerhof. Dieses befindet sich ebenfalls in der Rathausstrasse – nur einen Steinwurf vom Kebabstand entfernt. «Meine Frau ist die Wirtin, ich unterstütze sie nur am Anfang», sagt Bal. Noch wurde das Restaurant aber nicht offiziell eröffnet. «Wir mussten das Gebäude zuerst umbauen, und jetzt sind noch einige Arbeiten zu erledigen wie das Elektrische und die Lüftung», so Bal.