Wohlen Rechnung

Kein Grund für Luftsprünge

Gemeinderat und Finanzvorstand Matthias Jauslin präsentierte die erfreuliche Wohler Gemeinderechnung.

Jauslin

Gemeinderat und Finanzvorstand Matthias Jauslin präsentierte die erfreuliche Wohler Gemeinderechnung.

Die Gemeinde Wohlen präsentiert die beste Rechnung seit langem, aber warnt vor der Zukunft.

Jörg Baumann

Glückliche Gesichter im Wohler Gemeindehaus: Die Gemeinderechnung 2008 ist die beste seit zwölf Jahren. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 5,7 Mio. Franken über dem Budget ab.
Die guten Zahlen der Wohler Gemeinderechnung lagen dem Finanzverwalter Gregor Kaufmann bereits Ende Februar vor. Gestern erläuterten Gemeinderat und Finanzvorstand Matthias Jauslin und Gemeindeammann Walter Dubler das Ergebnis. Wohlen habe einen höheren Steuerertrag als erwartet erzielt, aber auch weniger Geld ausgegeben, erklärte Jauslin. Die Rechnung des laufenden Jahres werde «nicht weit weg» vom 2008 erzielten Ergebnis liegen, schätzt der Finanzvorstand.

Gedämpfte Aussichten

Jauslin und Dubler warnten aber vor euphorischen Erwartungen. Man dürfe nicht in den Fehler verfallen, die Rechnung 2008 einfach fortzuschreiben und zu glauben, nun seien die fetten Jahre ausgebrochen. Vielmehr fielen bei den juristischen Personen ab nächstem Jahr Mindererträge an. Auch die natürlichen Personen würden ab diesem Jahr entlastet. Die vollen Auswirkungen auf die Gemeindehaushalte kenne man erst nach 2010, bemerkte Dubler. Dazu komme die aktuelle unsichere Wirtschaftslage mit mehr Arbeitslosen und Sozialhilfebezügern. Offen ist auch noch, wie viel Wohlen letztlich an die Ausfinanzierung der Personalpensionskasse leisten muss.

Mit einem Rekordsteuerertrag von 29,8 Mio. Franken und Nettoschulden von 15 Mio. Franken befinde sich Wohlen momentan in «einem guten Umfeld», bemerkte Jauslin. Auffällig gut entwickelte sich der Aktiensteuerertrag. Dieser lag mit 2,6 Mio. Franken 30 Prozent über dem Budget. Die Steuerausstände halten sich laut Jauslin und Dubler im Rahmen. Heute sei es aber zu früh, über den Steuerfuss (heute bei 113 Prozent) und schon gar über eine Senkung zu sprechen. Dubler mahnte ebenfalls zur Vorsicht. Wohlen habe mit 105 Prozent zu lange einen zu tiefen Steuerfuss gehabt, was an der Steuerkraft der Gemeinde genagt habe.

Verwaltung übte Disziplin

Im Überblick fällt auf, dass praktisch alle Abteilungen der Gemeinde 2008 weniger Geld ausgaben als erwartet. Nur im Sektor Bildung wurde das Budget um 4,7 Prozent überschritten. Die Bildung ist mit 10 Mio. Franken auch der grösste Budgetposten im Gemeindehaushalt. Wohlen tätigte Nettoinvestitionen von 3,3 Mio. Franken (ohne Neubau der Heilpädagogischen Schule). Es sei erfreulich, dass die Gemeinde nicht nur investiert habe, sondern nun auch noch Schulden abbauen könne, sagte Jauslin. Allerdings schlug die Gemeinde bei den Investitionen nicht ganz das Tempo an, das dem Gemeinderat vorschwebte. Überarbeitet wird die kostspielige Erschliessung des Quartiers Rebberg. Nächsten Montag, 27. April, informiert der Gemeinderat um 19 Uhr im Casino Wohlen im Detail.

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