Fluglärm

Kein Gehör für Fluglärm

Frachtmaschinen dürfen nachts und sonntags weiterfliegen.

Birgit Günter

Der Landrat hat kein Ohr für die vom Fluglärm Geplagten: Die bürgerliche Mehrheit lehnt ein entsprechendes Postulat von Madeleine Göschke mit 31 Ja zu 38 Nein ab. Die Grünen-Landrätin aus Binningen hatte ein Verbot für Vollfrachtflüge zwischen 21 und 7 Uhr gefordert. «Eine Einschränkung der Betriebszeiten würde die Wirtschaftlichkeit des EuroAirports beschneiden», gab FDP-Regierungsrat Adrian Ballmer zu bedenken.

Göschke konterte, dass auch die Lebensqualität ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sei, gerade diese aber durch den Fluglärm gestört werde. Speziell an der ansonsten hinlänglich bekannten Auseinandersetzung Göschke - Ballmer ist, dass Göschke das Nachtflugverbot für Frachter bereits im Frühling in einer Motion gefordert hatte - und die Regierung damals signalisiert hatte, den Vorstoss zwar nicht als Motion, aber doch als Postulat entgegennehmen zu wollen. Ein halbes Jahr später hat sich Ballmer dies offenbar anders überlegt.

Spannender Bericht steht an

Vom Tisch ist das Thema aber noch nicht: Eine Analyse prüft derzeit die Auswirkungen der Betriebszeiten-Reduzierung auf die Wirtschaftlichkeit. Der Bericht soll in ein paar Wochen der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Ausserdem hat der Rat den Fluglärmbericht zur Kenntnis genommen. Dabei wurde einmal mehr über die ungenügende Benützung der Ost-West-Piste diskutiert.

Laut Sarah Martin (Grüne, Hemmiken) könnten 30 Prozent der Flieger auf dieser Piste landen - entgegen den Beteuerungen des EAP, der Flottenmix lasse eine Steigerung der Quote von rund 6 Prozent nicht zu. Und Siro Imber (FDP, Allschwil) kritisierte, dass die von der FDP geforderte Pistenverlängerung im Bericht als «kaum möglich» taxiert worden ist. «Das ist nur Miesmacherei», so Imber.

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