Poststellen
Kehrtwende bei der Post

Der neue Post-Präsident Claude Béglé ist noch nicht einmal zwei Wochen im Amt und schon kündet er einen Kurswechsel an – und zwar im Streit mit den Gewerkschaften rund um den Erhalt oder die Schliessung unrentabler Postfilialen

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Kehrtwende bei der Post

Kehrtwende bei der Post

Keystone

«Ersatzlos schliessen ist keine Option mehr», sagt Béglé zur Zeitung «Sonntag». Das war nicht immer so. Die Post hat bis heute 122 Filialen ersatzlos gestrichen. Die Poststellen werden laut Béglé neu entweder weitergeführt - oder die Dienste würden anders erbracht: über einen Hausservice oder in einer Agentur.

Wobei Béglé die Attraktivität des Agenturmodells verbessern will: «Die Post ist Teil der schweizerischen Identität. Wird sie in den Lebensmittelladen integriert, geht ihre Rolle als Identitätsträger etwas verloren.»

Und noch etwas macht Béglé Sorgen: «Was passiert, wenn der Besitzer plötzlich seinen Laden dichtmacht? Agenturlösungen müssen unbedingt langfristig sein.» Weiter will Béglé die Aufsicht über die Poststellenüberprüfung stärken und die Bewertung der Poststelle künftig nach neuen, präzisen Kriterien durchführen lassen. «Es ist ein guter Kompromiss», verspricht Béglé. Und er versichert: «Die Konzernleitung und ich sind da einer Meinung.» (FV)