Minenkonvention

Kaum verbesserte Bedingungen für Minenopfer

Hilfe für Minenopfer unzureichend

Hilfe für Minenopfer unzureichend

Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Ottawa-Konvention zum Verbot von Personenminen bleibt die Hilfe für Minenopfer unzureichend. Für weniger als einen Viertel der Betroffenen haben sich die Bedingungen verbessert.

Die Organisation Handicap International hat in Genf ihren 272-seitigen Bericht "Voix de terrain" vorgestellt, der die Aussagen von 1645 Minenopfern aus 25 Ländern zusammenfasst.

Dem Bericht zufolge kommen die Regierungen ihren vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf die Rehabilitation von Minenopfern nicht nach. Die Mehrheit der Betroffenen ist der Meinung, dass der politische Wille der Regierungen, ihnen zu helfen, mangelhaft sei.

67 Prozent der Minenopfer sind laut Bericht der Meinung, dass ihre Bedürfnisse in den Hilfsprogrammen nicht berücksichtigt werden. Besonders in ländlichen Gegenden werden die Opfer von offizieller Seite vernachlässigt und sind auf die Hilfe von Familie und Freunden angewiesen.

Für 36 Prozent der Betroffenen hat sich die medizinische Versorgung verbessert und 39 Prozent geben an, dass die Mobilitätshilfen besser geworden sind. Die Mobilität bleibt aber eingeschränkt. Nur 21 Prozent der befragten Personen konstatieren seit 2005 Fortschritte in der psychologischen Betreuung und den Integrationsmassnahmen.

Eines der Hauptprobleme der Minenopfer ist die Arbeitslosigkeit. Neun von zehn Betroffenen geben an, auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert zu werden. In Afghanistan liegt die Arbeitslosenrate von Überlebenden von Minenangriffen über 70 Prozent.

Mit 60'000 erfassten Minenopfern ist Afghanistan nach Angola (80'000 Fälle) das Land mit den meisten Betroffenen. An dritter Stelle folgt Kambodscha mit 44'000 Opfern.

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