Kinderbetreung

Kaum Kritik an neuer Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung in Bergdietikon droht zu verschwinden. Die 2007 mit Geld aus einer Schenkung gegründete Krippe hat Geldprobleme. Neue Tagesstrukturen sollen die Kinderbetreuung Bergdietikons sichern.

David Hunziker

Über die neuen Tagesstrukturen der Kinderbetreuung, welche am 23. November vor die Gemeindeversammlung kommen, informierte am vergangenen Donnerstag die Gemeinde Bergdietikon.

Konkret beinhaltet die Vorlage einige strukturelle Änderungen. Die im Moment getrennten Kinderkrippe und KiTi (Kindertisch) sollen in einer Trägerschaft zusammengeführt und die Angebote vervielfältigt werden.

Als besondere Neuerungen sind das geplante Betreuungsangebot während der Ferien und die Subvention von Krippenplätzen in anderen Gemeinden zu nennen. In beiden Fällen wird man sich an Dietikon orientieren. Um eine Tariferhöhung zu verhindern, sind gesamthaft Subventionen von ungefähr 82 000 Franken vonseiten der Gemeinde vorgesehen.

Jeder Franken kommt dreifach zurück

Sergio Tassinari, welcher bereits als Berater bei der Entwicklung der Modelle in Dietikon federführend war, nannte Studien, die zeigen, dass sich Investitionen in die Kinderbetreuung aus Sicht der Gemeinde auch finanziell lohnten - jeder Franken komme erfahrungsgemäss dreifach zurück.

Familien mit Kindern hätten oft zwei Einkommen, und auch die Kinder würden später Steuern bezahlen. Ausserdem seien Senkungen der Sozialhilfekosten zu erwarten. Weiter vermuteten die Vertreter der Vorlage, dass, wenn der Bestand an Kindern nicht erhalten werde, Schulen und Kindergärten in Bergdietikon eventuell geschlossen werden müssten.

Gemeindeammann Paul Meier merkte an: «Die Schülerzahl ist in den vergangenen Jahren gesunken. Wir haben in Bergdietikon noch genügend Platz für einige Schüler.»

Die anwesenden Gäste äusserten keine grundlegende Kritik an den geplanten Änderungen. Deutlich wurde gar die Befürchtung, das gegenwärtige Platzangebot reiche nicht aus. Gemeinderätin Brigitte Diggelmann appellierte an die Geduld der betroffenen Familien: «Das Angebot entwickelt sich stetig. Doch zu viel können wir nicht verlangen.»

25 bis 110 Franken pro Kind

Die Kosten für die Eltern würden mithilfe eines einheitlichen Schlüssels berechnet, der für einen Tag Betreuung zwischen 25 und 110 Franken, abhängig vom Einkommen und mit Berücksichtigung der Familiengrösse, vorsieht. Eine Anwesende meinte, dass ihr die Preise höher erschienen als heute. Hier beruhigte Meier: «Wir rechnen sogar damit, dass die Preise tendenziell sinken würden.»

«Gibt es an der ‹Gmeind› am 23. November ein Nein», fügte Diggelmann an, «werden die Elterntarife enorm ansteigen müssen, um die Krippe finanziell zu sichern.» Und: «Sollte die Krippe geschlossen werden müssen, würden wir in der Entwicklung um Jahre zurückgeworfen.»

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