Schnäppchenjäger

Kaufrauschtag: Rettet der Black Friday den gebeutelten Detailhandel?

Manor war in der Schweiz«Black Friday»-Pionier. Im Bild die Filiale in Baden.

Manor war in der Schweiz«Black Friday»-Pionier. Im Bild die Filiale in Baden.

Black Friday hat hierzulande Fuss gefasst und gibt dem gebeutelten Detailhandel eine willkommene Plattform.

Nach Halloween scheint es nun auch der Black Friday über den «grossen Teich» geschafft zu haben. Was in manchen Ohren eher nach Börsencrash klingt, ist in den USA nichts anderes als der Freitag nach Thanksgiving. Und er ist jener Tag, an dem die ganze Nation kollektiv in einen Kaufrausch verfällt. Eigentlich kein Grund zur Trauer – im Gegenteil: Warum also «black», schwarz? Über die Herkunft des Namens wird spekuliert, am einleuchtendsten scheint, dass an diesem Tage der US-Detailhandel hohe Gewinne einstreicht und eben «schwarze» Zahlen schreibt. Mit einer Krise hat der Name nichts zu tun (siehe links).

Man kann sich fragen, was grusliger ist: die Geisterbahn-Verkleidung vor Allerheiligen oder die Turboaufladung des ohnehin immer früher einsetzenden Einkaufstress vor Weihnachten. Seit 2014/15 machen jedenfalls auch hierzulande die Läden Spezialangebote, die sich teilweise einige Tage hinziehen beziehungsweise in die herkömmlichen vorweihnachtlichen Aktionen vor Weihnachten übergehen (siehe Beispiele unten). Und die Konsumenten machen fleissig mit. Wo man auch hin hörte: Es wurden die besonders langen Schlangen an den Kassen beklagt.

Die Begeisterung der Läden für Black Friday liegt auf der Hand: Gerade der Schweizer Detailhandel wurde vom harten Franken besonders getroffen, der Einkaufstourismus hat ihn Milliarden gekostet. Da kommt eine weitere Gelegenheit für Rabatte gerade recht.

Nicht nur am Black Friday gibts Prozente:

Manor machte den Anfang

«Pionier» in der Schweiz war letztes Jahr Manor. Dazu Elle Steinbrecher, Mediensprecherin bei Manor: «Wir sind stolz, den Black Friday im letzten Jahr erstmals in die Schweiz gebracht zu haben.» Der Black Friday markiere einen starken Auftakt ins Weihnachtsgeschäft. Kunden mit Manor-Karten erhalten auch heuer wieder 30 Prozent Rabatt auf fast das gesamte Non-Food-Sortiment sowie 10 Prozent bei Manor Food und in der Gastronomie, auf Elektronik, Elektroartikel und Swiss-made-Uhren.

Das Ziel, einen dreifachen Umsatz gegenüber einem vergleichbaren Freitag zu machen, habe man auch dieses Jahr wieder erreicht, sagt Steinbrecher. Von den grossen Detailhändlern scheint Coop besonders angetan von der neuen Marketing-Idee, weniger aktiv ist noch die Migros, die keine landesweiten Aktionen durchgeführt hat. Ebenfalls mit Rabatten locken die Online-Händler Zalando und Amazon. Der grosse Ansturm hat die Seiten von Manor, Interdiscount, Microspot und Melectronics zeitweise zum Erliegen gebracht. Doch die Schnäppchenjagd ging bald wieder weiter.

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