Kaufdorf setzt Nachfrist für die Räumung des Autofriedhofs

Autofriedhof mit kulturhistorischem Wert

Autofriedhof mit kulturhistorischem Wert

Der Autofriedhof im bernischen Gürbetal ist noch immer nicht geräumt. Die Gemeinde Kaufdorf hat dem Besitzer, Franz Messerli, nun eine zweimonatige Nachfrist gesetzt.

Räumt Messerli bis dann nicht, wird die Gemeinde das Areal auf seine Kosten räumen lassen, wie Gemeindepräsident Markus Borer mitteilte. Dass Messerli das Areal räumt, ist eher unwahrscheinlich. Er hat sich immer wieder vehement dagegen gewehrt.

Der Autoabbruchunternehmer und die Gürbetaler Behörden liegen sich seit Jahren in den Haaren. 2003 hatte die Gemeinde die Räumung und Sanierung des Geländes verfügt. Der Entscheid wurde von allen juristischen Instanzen gestützt.

Messerli deponierte jahrzehntelang hinter seinem Betrieb auf Naturboden alte Autos. Die ältesten Modelle stammen aus den 1930-er Jahren.

Inzwischen ist das Gelände mit Wald und Sträuchern überwachsen, Natur und Technik gingen eine Symbiose ein. Die alten Modelle längst verschwundener Automarken wurden von der Vegetation in Beschlag genommen und überwuchert.

Für die einen hat das Gelände mit den alten Autos etwas Einzigartiges, ja Romantisches, für andere ist es einfach ein Schandfleck.

Das Verkehrshaus Luzern und das Historische Museum Bern billigen dem Autofriedhof kulturhistorischen Wert zu. Dass der Autofriedhof einen eigenen Zauber ausübt, entdeckte auch der Thuner Künstler Heinrich Gartentor. Er initiierte auf dem Gelände im vergangenen Jahr eine vielbeachtete Kunstausstellung.

Meistgesehen

Artboard 1