Spanien

Katalanisches Dorf stimmt für die Unabhängigkeit

Katalanen stimmen in symbolischem Referendum für Unabhängigkeit

Katalanen stimmen in symbolischem Referendum für Unabhängigkeit

In einem symbolischen Referendum haben die Einwohner einer kleinen katalanischen Gemeinde sich mit grosser Mehrheit für eine Loslösung ihrer Region von Spanien ausgesprochen. Das «Ja» siegte mit rund 96 Prozent, wie die Organisatoren mitteilten.

Die Zentralregierung in Madrid hatte die Abstimmung in Arenys de Munt nördlich von Barcelona gerichtlich verbieten lassen. Die Stadtverwaltung umging das Verbot jedoch dadurch, dass sie sich selbst aus der Organisation des Referendums heraushielt. Die Beteiligung lag bei 41 Prozent.

Die Bürger sollten darüber entscheiden, ob die Region Katalonien ein unabhängiger Staat innerhalb der Europäischen Union werden soll. Die Idee zu dem Referendum in der 8023 Einwohner zählenden Gemeinde war von einer Bürgerinitiative ausgegangen.

Obwohl das Resultat des Referendums in keiner Weise bindend ist, befürchtet die spanische Regierung, dass die Aktion angesichts der separatistischen Tendenzen in Katalonien oder dem Baskenland zu einem Präzedenzfall werden könnte. Volksabstimmungen dürfen laut Verfassung nur vom spanischen Staat angesetzt werden.

Rund 100 angereiste Mitglieder der rechtsradikalen Falange-Partei demonstrierten in Arenys gegen das Referendum. "Katalonien ist spanisch!", skandierten sie. Um Zusammenstösse zu vermeiden, bewachten rund 400 Polizisten die Strassen des kleinen Ortes.

Bereits am Freitag, dem "Nationalfeiertag" der nordostspanischen Region, hatten in Barcelona rund 15'000 Menschen für die Unabhängigkeit Kataloniens demonstriert.

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