Spanien

Katalanen stimmen in symbolischem Urnengang für Unabhängigkeit

Mann bei der Stimmabgabe in Katalonien

Mann bei der Stimmabgabe in Katalonien

Bei einer symbolischen Volksabstimmung in Katalonien haben die Teilnehmer mit überwältigender Mehrheit für eine Unabhängigkeit der wirtschaftsstärksten Region Spaniens votiert. Allerdings blieb die Beteiligung weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück.

Nach den neuesten Ergebnissen gaben nur 27,2 Prozent der 700'000 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Davon votierten 94,7 Prozent für eine Loslösung der Region von Spanien und die Gründung eines unabhängigen katalanischen Staates. 3,5 Prozent stimmten gegen die Unabhängigkeit.

Das Ergebnis der Abstimmung hat rechtlich keinerlei bindende Wirkung, da nach der spanischen Verfassung allein der Zentralstaat Referenden abhalten darf. Die Madrider Regierung erkennt den Ausgang nicht an. Vizeregierungschef Manuel Chaves bezeichnete die Abstimmung als einen "politischen Propagandaakt".

In insgesamt 166 Städten und Gemeinden waren die Bewohner am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen, Jugendliche über 16 Jahre und Ausländer eingeschlossen. Sie sollten die Frage beantworten, ob sie dafür oder dagegen sind, dass Katalonien einen unabhängigen Staat bildet und ein eigenständiges Mitglied der Europäischen Union wird.

Die Abstimmung war von privaten Initiativen organisiert worden. Die Rathausverwaltungen durften sich nicht daran beteiligen.

Die Veranstalter bezeichneten die Abstimmung als "heroischen Erfolg" und kündigten an, über ein Volksbegehren im kommenden Jahr die Abhaltung eines Unabhängigkeitsreferendums in ganz Kataloniens durchsetzen zu wollen.

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