Dies sagte Karsai in der Hauptstadt Kabul. "Alle, die zur Zusammenarbeit mit mir bereit sind, sind willkommen - unabhängig davon, ob sie mich bei den Wahlen unterstützt haben oder gegen mich angetreten sind", sagte der alte und neue Präsident.

Ob der Regierung auch sein politischer Rivale, der frühere Aussenminister Abdullah Abdullah, angehören wird, liess Karsai offen. Abdullah hatte sich am Sonntag von der zweiten Runde der Präsidentenwahl zurückgezogen. Daraufhin sagte die Wahlkommission (IEC) die Stichwahl am Montag ab und erklärte Karsai erneut zum Präsidenten.

Zur Mitarbeit rief er auch die Taliban auf. "Wir rufen unsere Brüder der Taliban auf, nach Hause zurückzukehren und ihr Land anzunehmen", sagte der Präsident vor den Medien. Karsai sagte weiter, er wolle in seiner zweiten Amtszeit vor allem die Korruption in Regierung und Verwaltung bekämpfen.

Die radikalislamischen Taliban kritisierten Karsai als "Marionette" des Westens. "Die Absage der Stichwahl hat gezeigt, dass die Entscheide für Afghanistan in Washington und London getroffen werden", teilten die Taliban im Internet mit.

Der neue deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sprach derweil im Zusammenhang mit dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan von "Krieg" und wandte sich gegen beschönigende Bezeichnungen. Guttenbergs Vorgänger Franz Josef Jung hatte im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz den Begriff Krieg vermieden.