(red.) Langsam, aber sicher dürfte es anstrengend werden für Karin Keller-Sutter. Wo immer die 54-jährige Wilerin hinkommt, wird sie beinahe schon als gewählte Bundesrätin gefeiert. Im Interview beim Regionalsender TVO mit «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid wiederholte sie allerdings, was sie in den vergangenen Wochen immer wieder betont hatte: «Ich bin erst Bundesrätin, wenn die Stimmen ausgezählt sind. Ich hoffe natürlich, dass die Wahl gelingt.»

Nein, auf die Äste wollte sich die Ständeratspräsidentin nicht hinauslassen. Auf ein mögliches Wunschdepartement angesprochen, sagte die FDP-Politikerin: «Man kann aus allem etwas machen. Auch im VBS steht mit der Beschaffung von neuen Kampfjets ein wichtiges und spannendes Projekt an.»

«Zu stark departementsgeprägt»

Bei einer Wahl von Keller-Sutter wäre die Ostschweiz erstmals seit 2010 und dem Rücktritt von Hans-Rudolf Merz wieder in der Landesregierung vertreten. «Im Bundesrat handelt man aber nicht im Interesse einer Region, sondern arbeitet für das ganze Land», so Keller-Sutter. Im Fall einer Wahl wolle sie sich aber dafür einsetzen, dass die Ostschweizer Kantonsregierungen einen direkten Zugang zum Bundesrat haben.

Leise Kritik äusserte sie an der Arbeit der aktuellen Landesregierung: «Zahlreiche Vorlagen sind zu stark departementsgeprägt. Manchmal fehlte es zuletzt an der Fähigkeit, dem Parlament mehrheitsfähige Lösungen zu präsentieren.» Als Bundesrätin würde sie ihren Amtskollegen auch einmal «dreinreden» und sich an einer Lösungsfindung beteiligen. Die Bundesratswahl findet am 5. Dezember statt.