Baselland
Kantonsspital Laufen: Angestellte atmen auf

Die Baselbieter Regierung will das Kantonsspital Laufen erhalten, aber organisatorisch mit dem Kantonsspital Bruderholz zusammenlegen. Der Laufner Spitaldirektor Rudolf Mohler ist skeptisch.

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Kantonsspital Laufen

Kantonsspital Laufen

bz Basellandschaftliche Zeitung

Alessandra Paone

Die rund 200 Angestellten des Kantonsspitals Laufen können aufatmen und müssen - zumindest vorläufig - nicht um ihre Arbeitsplätze bangen. Denn die Baselbieter Regierung hat entschieden, das Kantonsspital Laufen mit dem Kantonsspital Bruderholz organisatorisch zusammenzulegen und künftig als Kantonsspital Bruderholz mit zwei Standorten weiterzuführen. Dies hat Gesundheitsdirektor Peter Zwick gestern im Kantonsspital Liestal vor den Medien bekanntgegeben. Eine entsprechende Vorlage an den Landrat ist ausgearbeitet und in Vernehmlassung geschickt worden.

Mehr Ertrag und mehr Aufwand

Die Baselbieter Kantonsspitäler und Kantonalen Psychiatrischen Dienste erzielten im Jahr 2008 zwar um 8,3 Prozent höhere Erträge (353,9 Millionen Franken), doch nahm auch ihr Aufwand um 12,4 Prozent auf 488,9 Millionen Franken zu. So ist der Staatsbeitrag des Kantons Baselland an die Spitäler um 25,1 Prozent auf 134,9 Millionen Franken gestiegen. Während die Zahl der stationären Patienten im Kantonsspital Bruderholz (+2 %) und in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik (16,5 %) zunahm, wiesen die Spitäler Liestal (-1,3 %) und Laufen (-4,4 %) eine Abnahme auf. In Laufen nahm die Zahl der Pflegetage um 4,3 Prozent auf 25 489 ab. In allen anderen Baselbieter Spitälern nahm sie zu: Im Bruderholzspital stieg die Zahl der Pflegetage 0,4 Prozent auf 142 637, in Liestal um 1,4 Prozent auf 129 219 und in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik um 35,6 Prozent auf 95 017. Bei der Auswertung der Patientenzufriedenheit 2008 bildet das Bruderholzspital von allen drei Kantonsspitälern deutlich das Schlusslicht. Unzufrieden sind die Patienten insbesondere mit dem Bereich Organisation. Deutlich besser schliessen Laufen und Liestal ab. Laufen punktet vor allem im Bereich Hotellerie und Liestal in den Bereichen Pflege und Ärzte. Mit der Kantonalen Psychiatrischen Klinik sind die Patienten trotz der verkürzten Aufenthaltsdauer sehr zufrieden. Am Kantonsspital Bruderholz sind bereits Massnahmen ergriffen worden, um die Patientenzufriedenheit zu verbessern. So habe man in der Notfall-, Betten- und Intensivpflegestation sowie im Operationssaal das Personal aufgestockt, sagt Bruderholzspital-Direktor André Hug. Auch seien 225 Angestellte im kundenorientierten Umgang mit den Patienten geschult worden. (ale)

Mit der organisatorischen Zusammenlegung der beiden Spitäler will der Kanton im Hinblick auf die landesweite Einführung von Fallpauschalen und die freie Spitalwahl die Wirtschaftlichkeit und die Qualität des Kantonsspitals Laufen gewährleisten und somit dessen Zukunft sichern. Durch die neue Spitalfinanzierung riskieren vor allem kleine Spitäler die Schliessung. Im Einzugsgebiet des Kantonsspitals Laufen leben rund 36 000 Menschen.

Das medizinische Angebot in Laufen wird unverändert beibehalten. Neben der Notfallstation sollen in Laufen weiterhin Patientinnen und Patienten stationär in den Bereichen Chirurgie, innere Medizin inklusive Geriatrie sowie Geburtshilfe und Frauenheilkunde versorgt werden. Die Regierung sei überzeugt, mit dieser Vorlage auch zum Erhalt der dortigen Arbeitsplätze beizutragen, sagte Zwick. «Der Kanton steht zum Spital Laufen». Es werde auch in Zukunft ins Laufner Spital investiert. So stehe dem Spital schon bald ein Computertomograph zur Verfügung. Renovierungsarbeiten seien ebenso vorgesehen, versicherte Zwick.

Dass mit der neuen Spitalfinanzierung vor allem kleinere Spitäler unter Druck stehen, ist auch dem Laufner Spitaldirektor Rudolf Mohler bewusst. Dennoch steht er der Vorlage skeptisch gegenüber. So befürchtet er, dass durch die Zusammenlegung der beiden Spitäler das Laufner Spital zu kurz kommen könnte. Sein Beispiel: «Hat ein Unternehmen einen grossen Hauptladen und nebenbei einen Kiosk, neigt es dazu, in den Hauptladen zu investieren und den Kiosk gemäss der Prioritätenliste zu vernachlässigen.» Auch macht sich Mohler Sorgen um die Laufentaler Bevölkerung, die mit ihrem Spital stark verwurzelt sei. Die Schliessung der Dienststelle in Laufen könnte die Wahrnehmung des Spitalpublikums beeinträchtigen.

Als Variante zur Zusammenlegung der beiden Kantonsspitäler hätte Mohler eine Lösung vorgesehen, wie sie der Kanton Luzern kennt: die Vereinigung aller drei Baselbieter Kantonsspitäler und der Kantonalen Psychiatrischen Dienste in ein selbständiges öffentliches Unternehmen. «So könnten die Synergien am besten genutzt werden.»