Die Kündigung der Berner Konvention, die den Wolf und andere Wildtiere unter Schutz stellt, ist für den Bundesrat keine Option. Die von der Konvention geschützten Tiere und Pflanzen seien ein Naturerbe von grossem Wert und müssten an künftige Generationen weitergegeben werden, schreibt die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Motion des Walliser Nationalrats Oskar Freysinger (SVP).

Eine Kündigung des Übereinkommens würde aus Sicht des Bundesrats ein schlechtes naturschutzpolitisches Signal senden und in den Nachbarländern für Unverständnis sorgen. Er empfiehlt deshalb die von 84 Nationalräten und Nationalrätinnen unterzeichnete Motion zur Ablehnung. Sie verlangen darin die Kündigung des 1979 in Bern unterzeichneten internationalen Schutzabkommens.

Gleichzeitig räumt der Bundesrat aber ein, dass die Rückkehr des Wolfes nicht ohne Probleme verläuft. Er möchte deshalb den Schutzstatus des Wolfes von einer "streng geschützten Tierart" auf eine "geschützte Tierart" heruntersetzen.

Wie er in Antworten auf zwei weitere, beinahe identische Wolfs-Motionen schreibt, ist er zudem bereit, die Kompetenzen der Kantone zur Regulierung geschützter Tierarten auszuweiten.

Die Motionen der Nationalräte Roberto Schmidt (CVP/VS) und Ruedi Lustenberger (CVP/LU) verlangen dazu eine Anpassung der Jagdverordnung. Neu sollen die Kantone auch regulierend eingreifen dürfen, wenn geschützte Tierarten grosse Schäden an Haus-, Nutz- und Wildtieren anrichten.