Wie für den Bund sei es auch für die Kantone "extrem schwierig" gewesen, die Budgets für 2010 zu machen, sagte Andreas Huber, Sekretär der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. "Man wusste einfach nicht, wie sich die Wirtschaft entwickelt."

Dies zeigt sich nun in den Rechnungen: Gemäss einer Umfrage der FDK war der Aufwand bei den meisten Kantonen zwar grösser als erwartet. Weil jedoch auch die Erträge deutlich über den Voranschlägen lagen, dürften laut Huber praktisch alle Kantone das Jahr 2010 besser abschliessen als erwartet.

Weit neben dem Budget

Dabei sind die grössten Kantone zugleich auch die grössten Ausreisser. Zürich etwa hatte sich letztes Jahr mit 525 Millionen Franken in den roten Zahlen gesehen. Weil die Steuereinnahmen 1 Milliarde über dem Budget lagen, ist ein statt eines Defizits ein sattes Plus von fast 600 Millionen Franken herausgekommen.

Nicht zuletzt dank massiven Einsparungen schloss der Kanton Bern mit einem Überschuss von 165 Millionen Franken ab, 160 Millionen mehr als erwartet. Auch Basel-Stadt hatte ein Defizit veranschlagt, das Jahr stattdessen aber mit 350 Millionen Franken im Plus abgeschlossen.

Insgesamt hatten zehn der Kantone, die bisher ihre Staatsrechnung vorgelegt haben, mit einem Defizit gerechnet. Nur Neuenburg und Schaffhausen schrieben aber tatsächlich rote Zahlen, wobei auch sie besser abschliessen als erwartet.

Beide Appenzell, Zürich, St. Gallen, Glarus, Solothurn, Jura und Basel-Stadt schliessen dagegen mit deutlichen Überschüssen. Vor allem höhere Steuererträge haben die Kassen unerwartet gefüllt.

Unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten die Kantone laut Huber vorsichtig budgetiert. Dank dem "Zweckpessimismus" stünden die öffentlichen Haushalte nun aber besser da als vorher, sagte der FDK-Sekretär.