Asyl
Kantone fordern DNA-Tests für Asylsuchende

Immer häufiger ziehen Asylsuchende ihre Angehörigen aus der Heimat nach – vor allem aus Eritrea. Für die Behörden ist es schwierig, die Echtheit von Geburtsurkunden oder Pässen festzustellen.

Fabienne Riklin
Drucken
Teilen

Aus keinem anderen Land ersuchen so viele Menschen Asyl wie aus Eritrea. Neuste Zahlen zeigen: 5730 befinden sich aktuell im Schweizer Asylprozess. Hinzu kommt: Eritreer stellen überdurchschnittlich viele Familiennachzugsanträge für minderjährige Kinder oder Ehepartner. Allein im ersten Halbjahr haben so 922 Angehörige Asyl erhalten.

Leiterin des Migrationsdienstes des Kantons Bern, Iris Rivas, schlägt deshalb vor: «Aus Staaten, wo die Inhalte von «echten Zivilstandsurkunden» nicht eindeutig klar sind, sollten auch für den Familiennachzug nach dem Asylgesetz standardisierte DNA-Test durchgeführt werden.»

Unterstützung erhält sie vom Vorsteher des Luzerner Migrationsamtes, Alexander Lieb. «Im Asylwesen wird bei Familiennachzügen der Identität zu wenig Beachtung geschenkt», sagt Lieb.

Deshalb müsse überprüft werden, ob die DNA-Analyse eine Lösung für die Ermittlung der Familienbande wäre. Heute kann das Bundesamt für Migration (BFM), wenn begründete Zweifel über die Abstammung bestehen, DNA-Analysen von Familiennachzüglern verlangen. Das passiert zwar noch immer selten, doch die Fälle nehmen zu. Das bestätigt auch eines der elf vom Bund anerkannten DNA-Labors: «Seit 2011 hat es eine Verdoppelung gegeben», sagt Roland Spiegel Leiter des Labors Genetica AG in Zürich.

Aktuelle Nachrichten