Raumplanung

Kantonaler Nutzungsplan für Tessiner Rustici

Ein Tessiner Rustico (Archiv)

Ein Tessiner Rustico (Archiv)

Seit bald 30 Jahren - seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Raumplanung - bereiten die Rustici den Tessiner Behörden Kopfzerbrechen. Nun soll ein kantonaler Nutzungsplan für Ordnung sorgen.

Das Tessiner Umweltdepartement stellte den Nutzungsplan in Bellinzona vor. Damit er in Kraft treten kann, muss noch der Grosse Rat zustimmen.

Vorgesehen ist, Renovationen und Umbauten zuzulassen, sofern die Rustici als erhaltenswert eingestuft werden, Bestandteil eines schutzwürdigen Landschaftsbildes sind und nicht in Zonen oder Wäldern von öffentlichem Interesse oder in Gebieten stehen, in denen Naturgefahren drohen.

Von den rund 13 000 Rustici, für welche die Restaurierung beantragt wurde, erfüllten deren 1500 die erforderlichen Kriterien nicht, sagte Raumplanungschef Moreno Celio vor den Medien.

Die unklare Gesetzeslage führte dazu, dass viele der Rustici ohne Bewilligung um- und ausgebaut wurden. Laut Umweltdirektor Marco Borradori mussten einige davon in der Folge auf behördliche Anweisung hin ganz oder teilweise wieder abgerissen werden. Zudem sei mit der Verhängung von Bussen versucht worden, das Problem in den Griff zu bekommen.

Im Tessin gibt es heute noch etwa 55 000 Rustici, die mehrheitlich im 19. Jahrhundert errichtet wurden und vor allem in den Tälern des Sopraceneri im nördlichen Tessin stehen. Sie bestehen in der Regel aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk und dienten oder dienen als Heudepot oder Stall.

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