Campus

Kanton will Bau statt Miete für Campus in Brugg-Windisch

Herzstück des Fachhochschul-Campus: Die neue Fachhochschule Markthalle. (Visualisierung: HRS)

Campus Windisch

Herzstück des Fachhochschul-Campus: Die neue Fachhochschule Markthalle. (Visualisierung: HRS)

Regierung beantragt 190 Millionen Franken Grosskredit für den Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Viel Geld für den Neubau in Brugg-Windisch und dennoch günstig: Mit Bau statt Miete spart der Aargau viele Millionen. Schon 2013 soll die Schule einziehen.

Hans Lüthi

«Mit der Kaufbotschaft ans Parlament kommt die Fachhochschule in die entscheidende Phase», sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler vor den Medien in Brugg-Windisch. Noch präsentiert sich die Baugrube von oben trist, doch schon in drei Jahren wird der zentrale Komplex für die Fachhochschule Nordwestschweiz hier stehen. Bereit für 3000 Studierende und 1000 Dozenten und Mitarbeitende der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Pädagogik.

Die Vorarbeiten haben gedauert, die Baubewilligung liegt vor, jetzt ist der Grosse Rat am Zug. Das ehrgeizige Zeitprogramm: Beschluss am 29. Juni, Abwarten der drei Monate Referendumsfrist, Baubeginn im Herbst 2010 und Einweihung im Jahr 2013.

Billiges Geld für den Kanton

Die neue Art der Finanzierung drängte sich auf, weil die bisherige Totalunternehmerin HRS Real Estate AG wegen der Bankwirren das abgemachte Geld von einer deutschen Bank nicht mehr bekam. Jetzt will der Aargau die Kaufoption einlösen.

Für eine Miete spricht wenig, für den Kauf gibt es ausgezeichnete Argumente: Der Kanton bekommt dank AAA-Rating günstigere Kredite.

Zudem hat er den Verdienst des Mitspielers in der eigenen Tasche. Unter dem Strich bedeutet das laut Campus-Projektleiter Olivier Dinichert vom Departement BKS eine «einmalige Einsparung von 3,7 Millionen Franken plus jährliche Einsparungen von 2 bis 4 Millionen Franken» - je nach Höhe der aktuellen Zinsen.

Für die Fachhochschule ist es auch viel einfacher, wenn sie nur den Kanton als einzigen Ansprechpartner hat. Bei Änderungen erhöht das die Flexibilität deutlich.

Gemischte Nutzung geplant

Der Ablauf ist so: Der Kanton gibt das Darlehen und ist Eigentümer, die Fachhochschule mietet die Räume und bezahlt für die 25100 Quadratmeter Nutzfläche. Das sind 80 Prozent der Neubauten, inbegriffen sind auch eine grosse Bibliothek und die Mensa, die von den Hallerbauten hierher verlegt wird.

48 Wohnungen und auch Verkaufsräume werden durch die HRS finanziert, die 295 Parkplätze in den Untergeschossen teils durch private Investoren. Die Zufahrt ins Gelände erfolgt direkt ab dem Kreisel.

Campus für die Zukunft wichtig

«Für unsere Zukunft ist der Campus von zentraler Bedeutung, eine Mehrsparten-Hochschule macht sonst keinen Sinn», versichert Professor Jürg Christener, Direktor der Fachhochschule für Technik. Der Neubau löse eine positive Spirale aus, der Aargau und Brugg-Windisch könnten nur gewinnen.

Alles in allem geht es um 500 Millionen Franken Investitionen in der Region Brugg-Windisch. Die Bauten sind nach den Vorgaben der Minergie geplant, Minergie-P ist nicht mehr möglich, weil das Projekt sonst geändert und angepasst werden müsste.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1