Schweiz

Kanton Tessin verlängert Lockdown und lockert Einkaufsverbot für über 65-Jährige

Verschiedene Tessiner Gemeinden haben Spazierwege gesperrt. (Symbolbild)

Verschiedene Tessiner Gemeinden haben Spazierwege gesperrt. (Symbolbild)

Auch in der Woche nach Ostern werden im Tessin Baustellen und nicht grundlegende wirtschaftliche Aktivitäten neben den Geschäften und dem Gewerbe geschlossen bleiben.

Dies hat der Tessiner Staatsrat entschieden und am Mittwochabend in einer Medienkonferenz publik gemacht. Der Lockdown im Tessin geht damit in die vierte Woche. Ausnahmen können gewährt werden, wenn die hygienischen Massnahmen sowie die sozialen Distanzen gewährleistet sind. Diese Massnahmen seien nötig, um das Ausbreiten des Coronavirus zu stoppen, erklärte Regierungspräsident Christian Vitta (FDP). Die jüngsten Entwicklungen in Bezug auf die Corona-Infizierten seien zwar ermutigend, doch gerade deshalb müsse man nun besonders wachsam sein.

In Bezug auf das umstrittene Einkaufsverbot für über 65-Jährige ist der Staatsrat von seinem strikten Kurs etwas abgewichen, der nicht bundesrechtskonform war. Demnach werden Personen, die älter sind als 65 Jahre zwar weiterhin aufgefordert, nicht einkaufen zu gehen, zu Hause zu bleiben und ihren Ausgang auf das Notwendigste zu beschränken. Die Einkäufe sollten von Sozialdiensten und Freiwilligen gemacht werden. Allerdings ist es dieser Personengruppe nun möglich, am Vormittag bis 10 Uhr in Lebensmittelläden selbst Einkäufe zu erledigen.

Viele beliebte Spazierwege gesperrt

Für die Bevölkerung im Tessin ist es nicht einfach, stets zu Hause zu bleiben. Denn das frühlingshafte und sonnige Wetter lädt geradezu dazu ein, nach draussen zu gehen. Weil zu viele Menschen unterwegs waren, wurden daher von den Gemeinden beliebte Spazierwege im ganzen Kanton abgesperrt, etwa das Seeufer von Lugano, die Seeuferwege von Muzzano oder Origlio, aber auch Spaziergänge in Ascona und Locarno. Touristen aus der Deutschschweiz wurden einmal mehr aufgefordert, an den Ostertagen nichts ins Tessin zu reisen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown sind allerdings gewaltig. Laut Vitta wurden mittlerweile 750 Millionen Franken an Krediten allein für den Kanton Tessin vergeben. In Bezug auf die sanitäre Situation scheint der Peak überschritten, doch Kantonsarzt Giorgio Merlani hat davor gewarnt, die Fesseln zu lockern. Bisher sind in Zusammenhang mit dem Coronavirus im Tessin 211 Personen gestorben.

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