Kanton Solothurn / Kleinlützel

Der römisch-katholische Kirchgemeinderat Kleinlützel hat den beim Solothurner Regierungsrat angefochtenen Beschluss über die aushilfsweise Anstellung des umstrittenen Pfarres Franz Sabo aufgehoben. Damit ist das Beschwerdeverfahren gegenstandslos.

Merken
Drucken
Teilen

Ausserdem veröffentlichte der Regierunsrat das in diesem Verfahren eingeholte Rechtsgutachten des Kirchenrechtlers Andreas Thier von der Universität Zürich.

Im Gutachten steht unter anderem, dass Franz Sabo grundsätzlich keine missio canonica benötigt, um fallweise als Aushilfsprediger in Kleinlützel tätig zu sein. Als geweihter Priester ist er befähigt, Eucharistie zu spenden, zu taufen und zu predigen.

Die gottesdienstliche Tätigkeit ist jedoch kirchenrechtswidrig, weil Franz Sabo damit die von Bischof Kurt Koch 2005 ausgesprochene Suspension missachtet. Deshalb ist die Anstellung Sabos nicht der Kantonsverfassung zu vereinbaren. Die Verfassung lässt es nicht zu, dass eine Kirchgemeinde einen Seelsorger zu einem Handeln anstellt, das gegen die Regeln des kanonischen Rechts verstösst.

Nach Ansicht des Gutachters unterscheidet sich der «Fall Kleinlützel» zudem grundsätzlich vom «Fall Röschenz». Während im Fall Röschenz die Frage nach dem Entzug der missio canonica im Vordergrund stand, so ist im Fall Kleinlützel die Frage nach den Konsequenzen der Suspension entscheidend. (pd/ufl)