Fabian Muster

Der spektakuläre Selbstunfall von Anfang Februar eingangs Oberbuchsiten hat die Gemüter bewegt (wir berichteten). Ein 21-jähriger Lenker verlor wegen massiv überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Auto, beschädigte mehrere Fahrzeuge und riss gar einen 300 Kilogramm schweren Stein aus der Verankerung. Verschiedene Stimmen forderten daraufhin eine andere Verkehrsführung, besonders die dortige Verkehrsinsel sei kontraproduktiv und führe zu mehr Unfällen.

Der Kanton kam nun in Abklärungen mit der Kantonspolizei zum Schluss, dass keine weiteren Massnahmen ergriffen werden müssen. Weder sei die Stelle ein Unfallschwerpunkt noch sei die Strassenanlage falsch konzipiert, sagt Roger Schibler, Leiter Strassenbau, auf Anfrage. «Wir können die Strassen nicht für jene Teilnehmer umbauen, die sich nicht an die Regeln halten.» Schibler sei aber vor Ort selbst «überrascht» gewesen über das Ausmass des Unfalls.

«Unbefriedigt» über die Antwort des Kantons zeigt sich Marie-Louise Sciuto, deren Haus gleich neben der Verkehrsinsel eingangs des Dorfes steht. Sie forderte im Nachgang des Unfalls, dass die Verkehrsinsel rund 50 Meter Richtung Egerkingen vorverschoben würde. Der künstliche Schwenker führe nämlich bei Fahrzeugen mit überhöhter Geschwindigkeit dazu, dass sie die Kurve nicht mehr kriegten und ins Schleudern gerieten.

Würden Radarkontrollen Situation entschärfen?

Schibler beurteilte diese Idee bereits damals als kritisch: «Es besteht die Gefahr, dass man danach erneut beschleunigt.» Zudem soll die Verkehrsinsel den Übergang von ausserorts zu innerorts anzeigen; dies würde 50 Meter früher, wo es noch keine Gebäude hat, nicht mehr der Fall sein.

Anwohnerin Sciuto will dem untätigen Treiben des Kantons nun nicht mehr zusehen. «Beim nächsten Unfall gibts ein Schreiben meines Anwalts an Gemeinde und Kanton.» Erneut soll es an der gleichen Stelle zweimal zu leichteren Unfällen gekommen sein. Auch ihr Vorschlag, am neuralgischen Punkt Radarkontrollen durchzuführen, sei bisher von der Polizei nicht aufgenommen worden. «Das könnte die Situation sicher schon etwas entschärfen», glaubt sie.